Europa voran, doch wo bleibt die Welt?

Sunday, July 1. 2012

Die Lösung der finanziellen Probleme Europas ist wichtig. Doch unser Planet hat weitaus mehr Probleme, die dringend einer Lösung bedürfen. Politik, Medien und Bevölkerung müssen hierzu ihren Fokus dringend erweitern, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.



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Wolf im Westerwald? Gut so!

Monday, April 2. 2012

Jeder, der den gestrigen Eintrag an dieser Stelle aufmerksam gelesen hat, sollte sich bewusst sein, welches Datum wir gestern schrieben. Ja, es war ein Aprilscherz.

Dass freilich Gevatter Isegrim neulich im Westerwald gesichtet wurde, ist mithin keine Ente gewesen, genauso wenig wie die (erfreuliche!) Tatsache, dass es in der sächsischen Lausitz inzwischen wieder eine recht stattliche und gleichsam wachsende Wolfspopulation gibt.

Unter der Kategorie "grober Unfug" ist indes der Zusammenhang zwischen Landwirtschafts-  und Klimawandel mit den Ausbreitungstendenzen der Raubtiere zu verbuchen. Und auch meine Warnungen vor den Vorgarten-Besuchen von Luchs, Wolf und Bär entbehren selbstverständlich jeglichen Realitätsbezuges. Um es ganz klar zu sagen: Weder Wolf noch Luchs stellen je eine Gefahr für den Menschen dar. Viel zu scheu sind diese heimlichen Gesellen - jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen haben sie gelehrt, sich von diesem fernzuhalten. Und in der Tat gibt es - entgegen der landläufigen auf altbekannten Märchen (!) beruhenden Volksmeinung - in der Geschichte keinen einzigen stichhaltigen Beleg dafür, dass je ein Mensch einem Wolf zum Opfer fiel.

Vielmehr sollten wir uns darüber freuen, wenn Luchs und Wolf (Bären sind ein anderes Thema - welches aber auch gerade überhaupt nicht zur Debatte steht, außer solchen Sommerlochfüllseln wie Bruno vor einigen Jahren) wieder Einzug in unsere Wälder halten. Nicht nur sind sie eine willkommene Bereicherung der heimischen Säugetierfauna, auch leisten sie - sollten sie denn irgendwann mal wieder nennenswerte Populationsgrößen erreichen - einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Naturhaushalt. Und wenn mal ein Schaf gerissen wird, sollte man ggf. über durch Politik, Naturschutz und Landwirtschaft entwickelte Entschädigungsleistungen nachdenken.

Fazit: Willkommen Wolf - auch und gerade im Westerwald!

Viele weitere hilfreiche Informationen hat der NABU auf seinen Internetseiten Wölfe in Deutschland bereitgestellt.



Klimawandel und Öko-Landbau: Wölfe bald in unseren Vorgärten?

Sunday, April 1. 2012

HINWEIS: Wer das folgende liest, muss auch das hier lesen.

Seit etwa 12 Jahren leben wieder Wölfe in Deutschland - zuletzt wurde ein streunendes Tier im Westerwald gesichtet. Kein Grund zur Panik, so hieß es bisher, denn ihre heimliche, ja gar menschenscheue Lebensweise hielt die Wölfe bisher von menschlichen Siedlungen fern. Klimawandel und veränderte Lebensräume stellen jedoch eine Kombination von Faktoren dar, die womöglich auch das Verhalten der Raubtiere ändert. Und dies könnte in der Tat Anlass zur Sorge geben!








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Mobil im Tümpel

Wednesday, March 7. 2012

Libellen können fliegen. Diese Binsenweisheit sollte allgemein bekannt sein. Doch reichen die Flugkünste von Binsenjungfer, Blaupfeil und Plattbauch aus, um dem dräuenden Klimawandel auszuweichen? Dieser Frage bin ich in einer jüngst im Fachmagazin Biology Letters der Royal Society erschienenen Studie nachgegangen. Es stellte sich heraus, dass Libellenarten, deren Larven in Tümpeln und Teichen leben, mit dem Klimawandel besser zurechtkommen als ihre in Bächen und Flüssen lebenden Artgenossen. Für die Untersuchung, die das Resultat eines Kooperationsprojektes mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Dänemark, Spanien und Mexiko, hatten wir anhand von Artverbreitungsmodellen das tatsächliche und potenzielle Vorkommen europäischer Libellenarten in 2006 mit dem Jahr 1988 verglichen. Besonders freut mich freilich, dass nationale (z.B. die Frankfurter Rundschau) und internationale Medien (z.B. Science Daily) unsere Ergebnisse aufgegriffen haben.







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Denn sie tun nicht, was sie wissen.

Monday, February 20. 2012

Aber warum?! - Weil selbst die klügsten Köpfe der Nation sich nicht einig darüber werden, wie das Richtige erreicht werden kann. So könnte das Fazit der Podiumsdiskussion "Warum fällt es uns so schwer, das Richtige zu tun?" aussehen, welche als Schluss-Highlight die Veranstaltungsreihe "Wie wollen wir leben?" des Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt (BiK-F) beendete. Mindestens von hohem Entertainmentwert war die Debatte, insbesondere die Beiträge von Hans Werner Sinn (München) und Harald Welzer (Essen).





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Neue Forschungsergebnisse:

Wednesday, April 1. 2009

Klimawandel erhöht Ausbreitungspotential von Wildtierepidemien dramatisch

Endlich komme ich nach einer Weile der Blogabstinenz mal wieder dazu, mich hier zumindest in aller Kürze über den aktuellen Stand meines Daseins auszulassen. Seit einem Monat bin ich nun wieder in der dänischen Hauptstadt, wo ich mich freilich vorwiegend der Wissenschaft hingebe. Warum ich allerdings bisher noch nichts geschrieben habe über meinen neuerlichen Aufenthalt in Kopenhagen, offenbart sich in der hiermit den interessierten Lesern gerne anheim gegebenen Pressemitteilung über meine neuesten wissenschaftlichen Aktivitäten. Es war viel Arbeit, aber ich denke, sie hat sich gelohnt - in hier herunterzuladender pdf-Datei finden sich alle weiteren Informationen: PM_Klimawandel_Epidemien.pdf

Mammute und Verwesung: Zeitliche Einordnung

Wednesday, April 2. 2008

Meinem gestrigen Beitrag über die dramatischen Auswirkungen etwaiger Verwesungen von Tausenden aus dem ewigen Eis freigelegten Mammutkadaver sei ein wichtiger Hinweis nachgetragen: Man beachte die zeitliche Komponente des Berichts, insbesondere das Datum der Pressemitteilung!

Der erste Teil der Meldung wird jedoch auch nach dem gestrigen 1. April Bestand haben, da es sich hier um eine tatsächlich durchgeführte Studie meines Kollegen David Nogues mit tatsächlich sehr ausführlicher Berichterstattung in internationalen Medien handelt. Ich empfehle allen Leserinnen und Lesern, die sich für große haarige Biester interessieren, nachdrücklich die Lektüre des Artikels bzw. der Sekundärliteratur (Links finden sich im gestrigen Beitrag).


Mammut starb durch Klima - dreht sich der Spieß nun um?

Tuesday, April 1. 2008

Den geschätzten Blogleserinnen und -lesern möchte ich eine Pressemitteilung zu aktuellen Forschungsergebnissen aus meinen derzeitigen Arbeitsgruppen nicht vorenthalten. Insbesondere möchte ich
auf den zweiten Teil des Textes verweisen, in denen erste Ergebnisse
meiner eigenen Studien besprochen und visualisiert werden. Eine pdf-Version der vollständigen Mitteilung findet sich hier zum download: PM_Mammut_Klima.pdf

Forscher aus Madrid und Kopenhagen warnen vor einem Teufelskreis der Erderwärmung durch massenhafte Freilegung von Großtierkadavern durch Abschmelzen der Dauerfrostböden Sibiriens.



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Selber denken statt "Licht aus!"

Monday, November 26. 2007

Strom aus im Springer-Verlag! - ein Gastbeitrag von Lars Bullmann

Und noch ein Gastbeitrag! - Doch keine Angst, ich werde hier in Zukunft nicht ständig die Feder aus der Hand geben. Aber der geschätzte Kollege Lars Bullmann hat heute eine so grandiose E-Mail fabriziert, deren Inhalt ich - mit seiner Erlaubnis, versteht sich - sehr gerne dem lesenden und eigenständig denkenden Publikum zum Konsum anheim geben möchte. 

Worum geht es? Um den Klimaschutz. Da haben sich nun allerlei Konzerne und Verbände zusammengerottet, um es am 8. Dezember in den deutschen Landen dunkel werden zu lassen. Fünf Minuten Finsternis für die Rettung des Weltklimas - wer legt da nicht gerne mal den Schalter um. Doch ist das nicht etwas kurz gedacht? Lesen Sie selbst, was Lars darüber denkt (wobei er übrigens meine volle inhaltliche Unterstützung erfährt).



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Time for climate change again

Saturday, September 8. 2007

Vor einigen Wochen, wenn nicht gar Monaten kündigte ich an, dass ich die Berichterstattung zum Wandel des Klimas zu einem Schwerpunkt dieses Blogs machen möchte. Nun mag der eine Leser oder die andere Leserin die Kontinuität des Erscheinens von Beiträgen jenes prioritären Themas auf diesen Seiten vermissen - doch ich muss dem entgegenhalten: Recht haben sie. In diesem Sinne gibt es heute - ich sitze seit langem in meinem Zimmer im heimatlichen Westerwald, trinke einen guten spanischen Rotwein aus Somontano, schaue extensiv Fernsehen aus Hamburg (zunächst die NDR-Talkshow, u.a. mit dem großartigen Michael Naumann (LINK), und nun Kerners Köche) - ein Feuerwerk der Hinweise auf den aktuellen journalistischen "State of the Art" oder gewissermaßen eine Intensiv-Presseschau zum top topic of time.

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Früher Frühling

Friday, July 13. 2007

Mit diesem Eintrag bin ich nun in der Tat nicht gerade früh, liegt die Online-Meldung in der Süddeutschen Zeitung, über deren Inhalt ich hier in aller Knappheit berichten will, doch schon fast einen Monat zurück. Doch da der Artikel meines (mir persönlich leider noch unbekannten) Kollegen Toke Høye vom Center for Macroecology hier in Kopenhagen einerseits erst kürzlich in der Zeitschrift Current Biology veröffentlicht wurde und die Ergebnisse andererseits deutlich und gleichsam dramatisch sind, ist es sicher nicht zu spät, alle Klima- und Arktis-Interessierten auf die Forschungsergebnisse hinzuweisen.


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Neues aus der Klimawelt

Tuesday, May 1. 2007

[update: 1. Mai 2007]

Klima regiert, wer das noch nicht kapiert hat, hat verpennt. Allenthalben wird berichtet über Dürre, Überschwemmung und Schmilzgletscher. Welche Diversität, vom Sicherheitsrisiko über Methanreis bis hin zum Orchideenzuwachs, die Klimawandelmeldungen der letzten 19 Tage aus bloß fünf Online-Quellen erreichen, ist in dieser Online-Presseschau dargestellt. Neben weiteren Klimakommentaren aus meiner eigenen Feder soll dies in den nächsten Wochen und Monaten ein Schwerpunkt meiner Blog-Berichterstattung werden. Eins ist sicher: Es bleibt spannend!



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Ein Klimakommentar

Sunday, April 8. 2007

Es wird Zeit, dass die Politiker ihre Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse einstellen, und zu handeln anfangen. Das ist keine neue Erkenntnis? Wohl war, und man kommt sich, egal ob als kleiner Blog-Schreiber oder als Kommentator in den großen Zeitungen, ein wenig blöd vor, dies allenthalben zu wiederholen, denn wirklich neues hat man ja nicht zu berichten. Doch die Regierenden werden eben nicht müde, immer wieder zu beweisen, dass sie nicht verstehen, worum es geht. Was sollte man also anders tun sollte, als weiter den Sonntagsrednern aufs Maul zu schauen und aufzuschreien? Nichts - man sollte vielmehr nicht müde werden, dies mit großer Intensität fortzusetzen.



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Klimawandel - neueste Nachrichten von gestern

Saturday, April 7. 2007

[Insider-Hinweis weiter unten]

Wer die Veröffentlichung des zweiten Teils des IPCC-Reports noch nicht mitbekommen hat, sei hiermit ausdrücklichst darauf hingewiesen. Der IPCC ist das Intergovernmental Panel on Climate Change, zu deutsch der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen, kurz Weltklimarat. Gestern hat er den zweiten Teil seines diesjährig erscheinenden vierten Berichts vorgestellt. Hierin geht es um die Auswirkungen des Klimawandels weltweit, z.B. auf den Menschen oder Ökosysteme.



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Glühbirnenergänzung

Wednesday, February 28. 2007

Liebe Blogleser, Klimaschutzinteressierte und Glühbirnenbewanderte,

wie der eine oder die andere vielleicht bereits schon bemerkt hat, hat der Kollege Juko M. L., seineszeichens Universitätssenator an der Alma Mater Philippina in Marburg, einen wichtigen Hinweis im Kommentarbereich meines blogs verpackt, den ich hier nochmals ausdrücklich erwähnen möchte (Danke, Herr Kollege!). In der Tat sind es zumeist die selben Glühdrahtfirmen, die auch den Reibach mit den Energiesparlampen machen. Doch ich muss hier ausdrücklich ausrufen: Sollen sie doch! Denn ist die Produktion von diesen Wunderdingern moderner Technik nicht gerade das, was man eine win-win-Situation (zu deutsch: gewinnen-gewinnen-Lage) nennt? Die Firma verdient Geld, zahlt Steuern und schafft Arbeitsplätze, der Verbraucher spart Geld beim Stromverbrauch (auch nach Einrechnung der höheren Kosten für die neue Sparbirne), und das Klima freut sich obendrein. [Einige brauchbare Informationen zu diesen Sparwundern, speziell für Familie G. aus H. bzw. L. gibt es hier].

Was ich mit meinen Einlassungen in Sachen Politik jedoch auszudrücken beabsichtigte, ist, dass der gemeine Abgeordnete (und auch so mancher ungemein wichtiger Minister) gar zu oft lediglich an die nächste Wiederwahl denkt. Diese wiederum ist gar zu oft davon abhängig, ob er im Bundestag (oder im Ministerium...) so entschieden hat, dass es der Bevölkerung in der Wahlkreisprovinz gefällt, dass z.B. Arbeitsplätze in in jeder Hinsicht vollkommen perspektivlosen Betrieben gerettet werden, und nicht, ob auch die zukünftigen Generationen, die Artenvielfalt, das Weltklima oder die Einwohner der Südseeatolle von der Entscheidung profitieren.

Die Kurzsichtigkeit der Politik (und vielfach auch des Souveräns bei der Wahl!) ist in vielen Fällen das Grundübel der deutschen Demokratie.