Bis zum Tellerrand: Die "Tide" auf Norderney

Tuesday, December 2. 2014

"Da geht nur der Merlot" – recht alternativlos war die Weinempfehlung zu meiner Menüwahl, forsch vorgetragen vom leicht gehetzt wirkenden Kellner. Die Hektik war wohl den recht weiten Wegen geschuldet, die das Servicepersonal im Restaurant Tide auf Norderney zurückzulegen hat, insbesondere zwischen der offenbar in der Hotelbar befindlichen Kaffeemaschine und dem Gastraum. Atemlos durch den Abend – so könnte man die Grundstimmung des ansonsten einwandfrei arbeitenden Obers bezeichnen, doch über diese leichte Hektik hinaus habe ich nichts negatives zu berichten von meiner kulinarischen Erfahrung dieses Abends in der als Bistro geführten Lokalität, welche ganz in der Nähe des Norderneyer Kurparks seit etwa zwei Jahren betrieben wird. 






Continue reading "Bis zum Tellerrand: Die "Tide" auf Norderney"

Burgerliches im Surfcafé

Wednesday, November 26. 2014

Bei frischem Wind am Nordstrand von Norderney lockt das Surfcafé den fröstelnden Besucher hinters Glas seiner Fensterfronten. Kuschelkissen, Feuerchen im Windlicht und wohltemperierte Musik im Hintergrund empfangen den Einkehrenden mit wohliger Wärme.











Continue reading "Burgerliches im Surfcafé"

Irrfahrt ins Weihnachtsfest

Monday, December 27. 2010

Das Jahr geht zu Ende, die Weihnachtsfeiertage sind bewältigt, und der Vogelwart liegt mit einer wieder aufgeflammten Grippe im Bett. Das gibt ihm die Gelegenheit, der geschätzten Leserschaft Bericht zu erstatten über die Erlebnisse seiner Fahrt von der dänischen Hauptstadt ins westfälische Herford, in dessen Nähe die diesjährigen Festtäglichkeiten stattfinden sollten. Die Fahrt war veranschlagt für den 23.12., die Abfahrt Kopenhagen für 11:44, die Ankunft in Herford um 18:42 Uhr des selben Tages, die gesamte Fahrt also für etwa sieben Stunden. Wie sich die Fahrzeit mirnichts, dirnichts verdreifachte, davon möchte ich im Folgenden berichten.



Continue reading "Irrfahrt ins Weihnachtsfest"

Dänischer Sommer

Wednesday, July 21. 2010

Wenn einem der berüchtigte dänische Sommer (von dem die Legende geht, manch einer habe ihn verpasst, weil er kurz auf dem Klo war) so wenig übel mitspielt wie in den letzten Tagen, kann man das ja durchaus auch mal schriftlich festhalten. Und so sieht denn die Lage aus momentan:

Das Department ist halb bis dreiviertel leer, da Dänemark im Juli insgesamt im Prinzip geschlossen hat. Zum Mittagessen nimmt man seine Butterbrote mitsamt gulerøder (Mohrrüben, die zu jedem dänischen Lunch pflichtgemäß dazugehören) auf den Linden-beschatteten Holzbänken im Innenhof des Unigebäudes ein. Die Gespräche mit den gottlob doch noch Gesellschaft leistenden zurück- und daheimgebliebenen Kollegen drehen sich um die Wahrscheinlichkeit, mit welcher der heutige Tag der letzte Sommertag sein könnte, um langfristige Berufs-, mittelfristige Konferenz- und kurzfristige Strandbesuchs- und Grill-Ziele ("ist im Frederiksberg Have das Grillen gestattet, und wenn nein, könnte man sich im Notfall mit seiner ausländischen Identität rausreden?"), sowie um die Chance, für den neuerlich erworbenen Siemens-Kaffee-Vollautomaten eine Softeis-spendende Erweiterungsapparatur zu erwerben und montieren. Letzteres scheitert freilich am mangelnden Angebot seitens des Herstellers, doch die Hoffnung stirbt zuletzt, dass man die Softeis-Extension als open-access-plugin bald online herunterlanden kann – vielleicht auch als package in R, denn da gibt's ja bekanntlich alles.

Die laut dröhnende, quasi durch das Büro hindurchfahrende Hauptverkehrsstraße, deren Geräuschintensität dadurch, dass die Hitze bei geschlossenem Fenster stehend und somit unerträglich wird, lässt die Arbeit nach der Mittagspause mithin nicht unbedingt konzentrierter werden. Daher ist die Freude darüber, dass die während der Nichtferienzeit zahllosen Besprechungen, Seminare und Diskussionsrunden, die einen doch sonst so sehr vom eigentlichen wissenschaftlichen Tun abhalten, durch möglichst ebenso zahllose Kaffee-, Kuchen- oder Eiscremepausen ersetzt werden, groß.

Mittwochs ab 16:00 Uhr fiebert man dann, nachdem man das für heute selbstgesteckte Pensum abermals durch diverse Facebook-Aktualisierungen und wichtige Informationsrecherchen aus dem Sommerloch bei Spiegel Online weiter in Richtung der definitiven Nichtbewältigung gerückt hat, dem wöchentlichen Fußball-Event entgegen, also werden die Shorts gewechselt, die Stutzen gestrafft und die Stollen angelegt, um für etwa zwei Stunden auf knochenhartem Rasen durch die pralle Sonne zu rennen. Was aber Spaß macht, solange man sich ordentlich eingeschmiert hat, denn sonst gerät der üblicherweise eher käsige Teint leicht zum Hummer-Abbild.

Und das wirklich Gute am Kopenhagener Sommer ist, dass nach dem zweistündigen Aufheizen auf dem Bolzplatz das frische, klare Wasser der Ostsee in zehnminütiger Radelentfernung die unbändige Versuchung einer Abkühlung bietet. Gesagt, getan, man springt (natürlich gemeinsam mit etwa 2000 weiteren Gleichgesinnten, die gleichfalls die etwa 1000 Quadratmeter Sandfleck am Svanemøllener Strand belegen) in die frischen Fluten, die zwar im Gegensatz zur wellig-brausenden Nordsee doch eher einer Badewanne gleichen, aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Beim kühlen Bade lauscht man den Ausführungen des Kollegen, seineszeichens promovierter Biogeochemiker und Spezialist für marines Phytoplankton, die kurz die Zusammensetzung der hier vorliegenden (bzw. –schwebenden) Planktonfemeinschaft anhand der grünlichen Wassertrübung darstellen. Was will man mehr – im dänischen Sommer!?


Ein Monat im Spiegel

Sunday, April 5. 2009

Wer angesichts des Titels denkt, hier handele es sich um eine Zusammenfassung der in den vergangenen ca. 30 Tagen in nämlichem Nachrichtenmagazin erschienenen Artikel, irrt. Vielmehr will ich hiermit auf den letzten Monat zumindest kurz reflektierend Rückschau halten. Viel zumeist höchst erfreuliches hat sich nämlich ereignet in dieser Zeit, was hier freilich nicht in aller Ausführlichkeit der geschätzten Leserschaft anheim gegeben werden soll, doch besonders sei natürlich die neuerliche Verlagerung meines Lebens- und v.a. Arbeitsmittelpunktes von der spanischen in die dänische Hauptstadt erwähnt.



Continue reading "Ein Monat im Spiegel"

Grandioses Symphonieerlebnis

Wednesday, September 17. 2008

Nach dem Jubiläumsprojekt des Landesjugendchores Rheinland-Pfalz (LJC) im letzten Oktober (wir berichteten) war es mir in der vergangenen Woche vergönnt, an einem Musikereignis aktiv teilzuhaben, welches in der Reihe von mir miterlebter musikalischer Projekte seinesgleichen sucht. Der LJC war eingeladen, gemeinsam mit dem derzeit auf Welttournee befindlichen Venezolanischen Jugendorchester "Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar" unter der Leitung des Nachwuchs-Stardirigenten Gustavo Dudamel die Auferstehungssinfonie von Gustav Mahler mitzugestalten - in Konzerten in Ludwigshafen und im Rahmen des Lucerne Festivals, einem der renommiertesten Musikfestspiele der Welt.


Continue reading "Grandioses Symphonieerlebnis"

Köln - mal wieder

Sunday, August 10. 2008

Schleiereule
Köln ist immer wieder eine Reise wert. Dies schrieb ich schon mehrfach auf diesen Seiten, und ich kann es nur immer wieder betonen. Hier und heute und ganz kurz: Drei Begründungen.


Continue reading "Köln - mal wieder"

Extreme Härte

Sunday, July 20. 2008

Eine Vogelbeobachtungstour in die Extremadura

Abb. 1
Der klügste Plan ist es sicherlich nicht, Ende Juni in die Extremadura aufzubrechen. Zumal zum Vögel beobachten, denn Temperaturen von bis zu 38 Grad im Schatten behagen weder einem Mitteleuropäer, der eine eher kühle Mittelgebirgslandschaft seine Heimat nennt, noch den von ihm anvisierten Zielobjekten, denn Trappen, Flughühner und Kaiseradler halten sich - wie wir Menschen - in solch einer Gluthitze lieber im Schatten, und damit in Deckung auf. Nichtsdestotrotz nahm ich vor ca. drei Wochen die Strapazen eines verlängerten Wochenendtrips in die Region der extremen Härte bzw. harten Extreme auf mich, mietete einen Kleinwagen und fuhr zweieinhalb Stunden von Madrid aus Richtung Südwesten, um im Ort Villareal de San Carlos - inmitten des Nationalparks Monfrague gelegen - für drei Tage mein Quartier aufzuschlagen.



Continue reading "Extreme Härte"

Deutschlandreise

Tuesday, June 10. 2008

Es wird doch nun tatsächlich mal Zeit für ein gewisses update (zu deutsch: Aufdatum) hinsichtlich der Dinge, die ich da in den letzten Monaten, wenn nicht gar Wochen, erleben durfte.

(Bildunterschriften: s.u.)




Continue reading "Deutschlandreise"

Arizona - Kursidylle in den Wuestenbergen

Friday, April 25. 2008



[Ich bitte um Entschuldigung fuer die fehlenden Umlaut-Ueberpunktungen und eszet-Buchstaben - diese fehlen, weil ich mit einer amerikanischen Tastatur tippe und entsprechende Umstellungen zu viel Energie kosten wuerden.]

Ich befinde mich gerade in den USA zwecks Teilnahme an einem Kurs ueber "species distribution modelling". Das ist ungeheuer interessant, und nachdem ich meine Datenvorbereitung nach einem Jahr Doktorarbeit inzwischen abgeschlossen habe, kommt dieser Methodenkurs gerade zur rechten Zeit, so dass ich alsbald meine Analysen starten kann. Was aber besonders schoen ist an diesem Kurs, ist seine location: In der Wueste Arizonas ragen die Chiricahua Mountains auf, und das American Museum for Natural History besitzt eine Research Station in diesen Bergen. Hier findet der Kurs statt. Und das ist auch deshalb schoen, weil die Natur hier faszinierend und vielfaeltig ist. Einige ornithologische Kostproben - Kolibris, Spechte und andere gefiederte Gesellen, finden sich, visuell abgebildet, in meinem neuen Arizona-Ordner bei den fotouristen, und zwar HIER.

Vietnam 1: Gemüse und Obst // Fruits and Vegetables

Sunday, March 30. 2008

Wo anfangen?

Langsam beginne ich, Tausende Bilder von meiner Vietnamreise zu sichten und mir Gedanken zu machen, welche der visuellen Impressionen ich einem größeren Publikum präsentieren und welche der vielen Erlebnisse, Informationen und erfahrenen Geschichten ich dem lesenden Publikum zum Konsum anheim geben möchte. Da stellt sich unumwunden die Frage: Wo fange ich an? Nun, bevor ich mir stundenlang meine Gehirnwindungen beim Zurechtlegen einer Agenda zur gleichsam informativen wie auch unterhaltsamen Aufbereitung der potentiellen Beiträge verschlinge, beschließe ich, einfach ein Zusammenspiel von Intuition und Zufall zuzulassen und in loser Folge verschiedene in Bild und Text gefasste Aspekte zu diesem faszinierenden Land hier darzustellen.

Where to start?

Slowly I start trying to look through the thousands of pictures I took during my trip to Vietnam and to think about an agenda how to present the visual impressions, the adventures and all the interesting stories I experienced. Well, quite quickly I decided to skip the agenda idea and just make a start of a sort of "random series" of blog entries that tries to give a multi-faceted impression about this fascinating country...



Continue reading "Vietnam 1: Gemüse und Obst // Fruits and Vegetables"

Frohe Ostern!

Sunday, March 23. 2008

Nach langer Abstinenz von diesem meinem Blog melde ich mich bei meinen werten Leserinnen und Lesern mit herzlichen Ostergrüßen aus Madrid, verbunden mit dem Versprechen, dass ich mich in den nächsten Wochen wieder ein wenig intensiver jenem elektronischem Publikationsorgan zu widmen versuchen werde. Es hat sich schließlich allerhand ereignet in den vergangenen eineinhalb Monaten, die zwischen dem letzten Eintrag und dem heutigen liegen: Ich selbst bin knapp drei Wochen durch Vietnam gereist, Hessen hat gewählt, und die politische Landschaft Deutschlands links der Mitte ist scheinbar (und ich benutze das Wörtchen "scheinbar" ganz bewusst, und nicht das so ähnliche "anscheinend") in Umwälzungen begriffen. Genug Stoff für allerhand text- und bildliche Berichte und Kommentare meinerseits - wir wollen mal sehen, was ich diesbezüglich zu produzieren in der Lage sein werde angesichts der Priorität des Fortgangs meiner Doktorarbeit...



Continue reading "Frohe Ostern!"

Wolllust nach Brunnenfeuchte

Friday, February 8. 2008

Wolllust
Hiermit
erlaube ich mir, einen kurzen, poetisch angehauchten Beitrag den
geschätzten Lesern angedeihen zu lassen. Die Bilder zu diesem Text, der
die Eindrücke eines Spaziergangs durch Madrid am vergangenen Wochenende
festzuhalten versucht, finden sich hier, allerdings in umgekehrter Reihenfolge.



Continue reading "Wolllust nach Brunnenfeuchte"

Strukturvielfalt: Eine Borkenbildergalerie // Diversity of structures - a bark picture gallery

Sunday, January 20. 2008

Wer glaubt, im Winter seien Botanische Gärten langweilig, der hat sich getäuscht. Die Blütenlosigkeit der Pflanzenbeete und die Blattlosigkeit der Holzgewächse, namentlich der Bäume, schärft das Auge für besondere Strukturen. Im Naturordner meines fotouristen-accounts ist nach meinem heutigen Spaziergang durch den Real Jardin Botanico in Madrid nun ohne störende Farben die Vielfalt der Borkentexturen von Bäumen aus aller Herren Länder anzuschauen. Erstaunlich, wie ich finde, was der Pflanzenstoffwechsel im Zusammenspiel mit Witterungseinflüssen zuwege bringt...

//

Those who think that botanical gardens might be boring during the winter, are wrong. The flowerlessness of the plant beds and the leaflessnes of the woody plants, namely the trees, sharpens the view for notable structures. After my today's walk through the Royal Botanical Garden of Madrid you will now find - without irritating colors - some impressions of the diversity of bark textures of trees from all around the world in the "nature" folder on my account of the website "fotouristen.de". In my opinion it is amazing what plant metabolism in concert with the influences of the weather is capable of...


Spanische Ämter: Froh - rot - ermattet.

Tuesday, January 15. 2008

Endlich! Gestern war es so weit. Mein Termin war gekommen. Nein, es handelt sich nicht um eine Geburt, eine Operation oder eine Audienz beim spanischen König. Ich berichte hier von einem Termin im Generalkomissariat der spanischen Hauptstadt, namentlich in der Ausländerbehörde, den ich vor mehreren Monaten bekam, um meine Auslandsregistrierung und ebenso eine spanische Steuernummer zu erhalten (die Vorgeschichte ist HIER zu finden). Froh und glücklich fand ich mich also überpünktlich vor dem Komissiariatsbau ein. Und schon nahm das Elend seinen Lauf...


Continue reading "Spanische Ämter: Froh - rot - ermattet."