{"id":11,"date":"2007-02-05T21:34:20","date_gmt":"2007-02-05T21:34:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=11"},"modified":"2021-08-06T21:44:19","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:19","slug":"bebebe-begruessung-bechsteindrossel-behoerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2007\/02\/05\/bebebe-begruessung-bechsteindrossel-behoerde\/","title":{"rendered":"BeBeBe: Begr\u00fc\u00dfung, Bechsteindrossel, Beh\u00f6rde"},"content":{"rendered":"<h4>Begr\u00fc\u00dfung<\/h4>\n<p>Erster Tag im Department. Nach der sehr freundlichen Begr\u00fc\u00dfung durch meinen neuen Chef, <a href=\"http:\/\/www.bi.ku.dk\/staff\/staff-vip-details.asp?ID=426\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Prof. Carsten Rahbek<\/a>, und die anderen anwesenden Mitglieder des <a href=\"http:\/\/www.macroecology.ku.dk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Center for Macroecology<\/a> stand zun\u00e4chst das allw\u00f6chentlich-mont\u00e4gliche Abteilungs-Fr\u00fchst\u00fcck an. Zur kurz erkl\u00e4renden Verwirrung: Das Center of Macroecology ist ein drittmittelfinanziertes Institut, das zur Abteilung f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.bi.ku.dk\/popbiology\/index.asp\">Population Biology<\/a> geh\u00f6rt, in dem Carsten Rahbek einer von zwei Professoren ist. Die Abteilung geh\u00f6rt zum Department of Biology (manchmal findet man auch den Begriff &quot;Institute of Biology&quot;), welches zur Faculty of Science geh\u00f6rt, eine von acht Fakult\u00e4ten der <a href=\"http:\/\/www.ku.dk\/\">Universit\u00e4t Kopenhagen<\/a>. Soviel zum Organisatorischen. Der Leiter der Abteilung Populationsbiologie, <a href=\"http:\/\/www.bi.ku.dk\/staff\/person.asp?ID=80\">Prof. Koos Boomsma<\/a>, dessen Publikationsliste im \u00fcbrigen eigenes hergibt, begr\u00fc\u00dfte nun also im vollen &quot;Wellnessbereich&quot; der Abteilung die neuen Mitglieder (auch ich wurde gen\u00f6tigt, einen Satz zu sagen, was mir dann doch gelang). Sodann wurden wichtige Neuigkeiten ausgetauscht, hier eine kleine Auswahl: &quot;I&#8217;m off to Galapagos next week &#8211; being back in the end of March&quot;, &quot;The new towel service has been established&quot;, &quot;We are merging with a couple of other institutes in the context of re-structuring the university&quot;. Schlie\u00dflich gab Boomsma pers\u00f6nlich einige Kommentare zur neuesten biologischen Literatur, v.a. mit Hinweisen auf die neuesten Artikel in Science und Nature. Insgesamt war das eine sehr gelungene Sache &#8211; k\u00f6nnte man diese Fr\u00fchst\u00fccksregelm\u00e4\u00dfigkeit mitsamt den Literaturhinweisen des Chefs nicht auch in der <a href=\"http:\/\/www.tieroeko.de\/\">AG Tier\u00f6kologie<\/a> in Marburg einf\u00fchren?<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" \/>\n<h4>Bechsteindrossel<\/h4>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/netfugl.dk\/pictures.php?id=listpictures&#038;species_id=638\">Bechsteindrossel <\/a>(d\u00e4nisch Sortstrubet Drossel, englisch Black-throated Thrush, wissenschaftlich <i>Turdus ruficollis<\/i>) bewohnt \u00fcblicherweise die Taiga Sibiriens. Nur au\u00dferordentlich selten bem\u00fcht sich solch ein Federvieh ins ferne n\u00f6rdliche Mitteleuropa bzw. s\u00fcdliche Nordeuropa. Erfreulicherweise hat sich aber nun ein weibliches Exemplar jener Spezies auf den Weg nach D\u00e4nemark gemacht und verweilt seit etwa einer Woche im Universit\u00e4tspark in Kopenhagen. Als h\u00e4tte es mich erwartet! Sch\u00f6nen Dank f\u00fcr so viel Aufhebens um meine Person, k\u00f6nnte man denken &#8211; dass die Ornithogen unter meinen Kollegen doch tats\u00e4chlich eine sibirische Seltenheit in die d\u00e4nische Hauptstadt locken, um mir zur Ankunft eine Freude zu machen. Gut, nun denn, es ging wohl dabei eher nicht um mich, und das Vieh hat sich wohl auch eher selbst entschieden, hier hin zu eiern. Doch eine nette Beobachtung und ein sch\u00f6ner Start meiner (noch sehr kurzen) d\u00e4nischen Vogelliste ist es allemal. Schlie\u00dflich handelt es sich hierbei um den 8. Nachweis f\u00fcr D\u00e4nemark \u00fcberhaupt. Es sieht allerdings ziemlich skurril aus, wenn ca. 25 birdwatcher aus allen Teilen D\u00e4nemarks oder gar Europas mit riesigen Spektiven und Kameraobjektiven um ein schn\u00f6des, verhutzeltes, aber beerentragendes B\u00e4umchen Ringelrein t\u00e4nzeln, w\u00e4hrend nebendran die Autos entlangbrettern und das Drosseltier oben im Ge\u00e4st sitzt und sich fragt, ob die Leute nicht alle einen Schatten haben&#8230;<\/p>\n<hr width=\"100%\" size=\"2\" \/>\n<h4>Beh\u00f6rde<\/h4>\n<p>Nein, es ist nicht nur in Deutschland so, dass man das eine oder andere Formular ausf\u00fcllen muss, um einen Arbeitsvertrag zu bekommen und sich \u00fcber l\u00e4ngere Zeit rechtm\u00e4\u00dfig irgendwo aufhalten zu k\u00f6nnen. In D\u00e4nemark l\u00e4uft das &#8211; zumindest f\u00fcr mich als Doktoranden in der Abteilung f\u00fcr Populationsbiologie &#8211; folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<ol>\n<li>Man bekommt einen Brief der &quot;PhD school of biology&quot;, dass man als PhD student angenommen ist.<\/li>\n<li>Diesen Brief schickt man in Kopie an die Sekret\u00e4rin der Abteilung, zusammen mit einem Lebenslauf (den man \u00fcbrigens sowohl schon zur Bewerbung eingeschickt hat, als auch um den Brief der &quot;PhD school of biology&quot;, dass man als PhD student angenommen ist, zu erhalten). Mit diesen Dokumenten beantragt die Sekret\u00e4rin dann bei der PhD school of biology, dem Arbeitgeber, einen Arbeitsvertrag. Dies passiert ungef\u00e4hr dann, wenn man schon offiziell ca. 3 Tage arbeitet.<\/li>\n<li>Man geht mit dem Brief der &quot;PhD school of biology&quot;, dass man als PhD student angenommen ist, einem Passbild und einem Personalausweis zum Amt f\u00fcr staatsb\u00fcrgerliche Angelegenheiten. Dort f\u00fcllt man ein mehrseitiges Formular aus und bekommt ein neues Formular, auf dem, wenn man noch keinen Arbeitsvertrag hat, der Arbeitgeber bescheinigen kann, dass man bei ihm besch\u00e4ftigt sein wird und ein Gehalt erh\u00e4lt. Dieses Formular schickt der Arbeitgeber ans Amt f\u00fcr staatsb\u00fcrgerliche Angelegenheiten.<\/li>\n<li>Wenn das Amt f\u00fcr staatsb\u00fcrgerliche Angelegenheiten dieses Formular des Arbeitgebers erhalten hat, bekommt man vom Amt f\u00fcr staatsb\u00fcrgerliche Angelegenheiten einen Registrierungsnachweis.<\/li>\n<li>Mit diesem Nachweis geht man zum Amt f\u00fcr Sozialversicherungsundwaswei\u00dfichwasf\u00fcrGed\u00f6ns und erh\u00e4lt eine Sozialversicherungsnummer.<\/li>\n<li>Mit dieser Sozialversicherungsnummer kann man dann ein Bankkonto er\u00f6ffnen, ist krankenversichert und gilt als vollwertiger Mensch.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nun mag es zwar etwas absurd und umst\u00e4ndlich erscheinen, was man hier alles auf sich nehmen muss, um hier in D\u00e4nemark ernst genommen zu werden &#8211; der Satz &quot;Da ist was faul im Staate D\u00e4nemark&quot; mag einem da ein sanftes Klingeln im Ohr verursachen. Doch muss man der Fairness halber eingestehen, dass alle Beteiligten (bisher zumindest) unheimlich freundlich sind, dass niemand sagt &quot;Ich bin nicht zust\u00e4ndig&quot; und alle einem alles zur Not auch dreimal erkl\u00e4ren. Ein Hoch auf die D\u00e4nen. Mal sehen, wie lang&#8217;s noch dauert&#8230; <\/p>\n<p \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begr\u00fc\u00dfung Erster Tag im Department. Nach der sehr freundlichen Begr\u00fc\u00dfung durch meinen neuen Chef, Prof. Carsten Rahbek, und die anderen anwesenden Mitglieder des Center for Macroecology stand zun\u00e4chst das allw\u00f6chentlich-mont\u00e4gliche Abteilungs-Fr\u00fchst\u00fcck an. 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