{"id":123,"date":"2009-04-04T22:58:06","date_gmt":"2009-04-04T22:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=123"},"modified":"2021-08-06T21:44:17","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:17","slug":"ein-monat-im-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2009\/04\/04\/ein-monat-im-spiegel\/","title":{"rendered":"Ein Monat im Spiegel"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><!-- s9ymdb:152 --><img loading=\"lazy\" height=\"74\" width=\"110\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0066.thumb.jpg\" style=\"border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" \/>Wer angesichts des Titels denkt, hier handele es sich um eine Zusammenfassung der in den vergangenen ca. 30 Tagen in n\u00e4mlichem Nachrichtenmagazin erschienenen Artikel, irrt. Vielmehr will ich hiermit auf den letzten Monat zumindest kurz reflektierend R\u00fcckschau halten. Viel zumeist h\u00f6chst erfreuliches hat sich n\u00e4mlich ereignet in dieser Zeit, was hier freilich nicht in aller Ausf\u00fchrlichkeit der gesch\u00e4tzten Leserschaft anheim gegeben werden soll, doch besonders sei nat\u00fcrlich die neuerliche Verlagerung meines Lebens- und v.a. Arbeitsmittelpunktes von der spanischen in die d\u00e4nische Hauptstadt erw\u00e4hnt.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Am 1. M\u00e4rz bereits bewegte ich mich denn also, diesmal mithilfe eines Einwegtickets (zu neudeutsch one-way ticket) von Madrid nach Kopenhagen, um dort in der Wohnung, die ich von Spanien aus lediglich virtuell in Augenschein genommen hatte und deren Vermieter mir wiederum ohne die Inaugenscheinnahme meiner Person gl\u00fccklicherweise den Zuschlag gegeben, meine Zelte (oder besser gesagt meine Koffer) aufzuschlagen. Meiner Begeisterung ob der Ausstattung meines Domizils will ich hier in aller Deutlichkeit Ausdruck verleihen \u2013 zuvorderst sei die K\u00fcche erw\u00e4hnt, deren f\u00fcnfplattiger Induktionsherd, Sp\u00fclmaschine, Wandbackofen und hochmoderne K\u00fchlkombination mein kochbegeistertes Herz sehr hoch schlagen lie\u00df. Daneben nenne ich eine Wohn-Esszimmerkombination, ein Schlafzimmer, ein f\u00fcr Kopenhagener Verh\u00e4ltnisse stattliches (f\u00fcr deutsche und spanische Verh\u00e4ltnisse normales) Bad und einen kleinen Flur mein (Miet-)Eigen. Doch in der Tat war (und ist) die Freude \u00fcber die formidable K\u00fcche besonders gro\u00df \u2013 wird sie doch vor allem dadurch gewisserma\u00dfen exponentiell amplifiziert, dass mir in meiner madrilenischen Wohnung etwa sechs Quadratmeter mit zwei Kochplatten, daf\u00fcr aber ohne Backofen das Ausleben meiner kulinarischen Interessen zumeist versalzte. <\/p>\n<p align=\"justify\">Nun denn, damit w\u00e4ren wir auch schon beim Tagesordnungspunkt &quot;Vergleich Kopenhagen \u2013 Madrid&quot;. Der f\u00e4llt, der eine oder die andere mag \u00fcberrascht sein, recht eindeutig aus: Ich habe mich sehr auf meine R\u00fcckkehr nach D\u00e4nemark gefreut, und nach einem Monat im Norden finde ich mich immer wieder und ziemlich uneingeschr\u00e4nkt in dieser Vorfreude best\u00e4tigt. Nun soll dies nicht so klingen als h\u00e4tte ich mich in Madrid nicht wohlgef\u00fchlt bzw. w\u00e4re meine Zeit dort nur vom Harren auf meinen Wiederweggang gepr\u00e4gt gewesen. Da kann ich nur sagen: Mitnichten! (Zumal wir seit Heinz Erhardt wissen: Hoffen und harren macht manchen zur Schnecke!). Nein, ich hatte eine tolle Zeit in Madrid \u2013 neben den gro\u00dfartigen Riojas (die ich in den letzten Monaten mehr und mehr ins Herz schloss), den vielf\u00e4ltigen Tapas, dem im Vergleich zu D\u00e4nemark fantastischen Wetter werde ich vor allem die Kollegen, von denen mir einige zu Freunden geworden sind, vermissen. Als diese mir bei meiner Abschiedsparty (nachdem sie mir ein paar tolle Geschenke mit auf den Weg gegeben hatten) ein spanisches Abschiedslied von offenbar ziemlichem melancholischem Pathos sangen, habe ich im Anschluss erwidert, dass ich einerseits froh sei, nicht besonders viel vom Text verstanden zu haben, da ich sonst eine gewisse Tr\u00e4ne h\u00e4tte verdr\u00fccken m\u00fcssen, ich andererseits aber traurig sei, Madrid verlassen zu m\u00fcssen, da eben sie \u2013 die Kollegen und Freunde &#8211; mir meine Zeit in Madrid zu einer gro\u00dfartigen haben werden lassen. Dieser Bewertung ist eigentlich nicht viel hinzuzuf\u00fcgen, au\u00dfer dass ich mich danach nochmals sehr freute, als am letzten Abend in unserer Stammkneipe &quot;Rastaberna&quot; der Wirt, als er mitbekam, dass ich Madrid den R\u00fccken kehre, mir noch ein T-Shirt mit dem Bar-Emblem schenkte. <\/p>\n<p align=\"justify\">Nichtsdestotrotz \u2013 es ist gut, wieder hier in Kopenhagen zu sein. Das liegt an diversem: Hier ist eben einfach alles entspannter, die B\u00fcrokratie (Einwanderungs-, Uni-, Gesundheits-, Kommunalverwaltung) l\u00e4uft reibungsloser (b\u00f6se Zungen m\u00f6gen im Rahmen des Vergleichs mit Spanien sagen: sie l\u00e4uft \u00fcberhaupt!), au\u00dferhalb der eigenen vier W\u00e4nde muss man Angst weder vor trotz roter Ampel durchbrausenden Autos noch vor einem Eintritt in die allenthalben herumliegenden Hundehaufen haben, und bei der Arbeit hat man Tageslicht im B\u00fcro, einen Kaffee-\/Bibliotheks-\/Sozialraum nebenan, eine Mensa, in der es nicht t\u00e4glich blo\u00df fettwabbelige Pommes frites gibt, und einen Chef, der nicht in jedem Gespr\u00e4ch darauf Wert legt, f\u00fcr seine wissenschaftliche Gro\u00dfartigkeit dem\u00fctige Ehrerbietung erwiesen zu bekommen. Dass man in einer halben Stunde mit Metro und Fahrrad am Meer und\/oder im Vogelschutzgebiet (43 Arten sah ich dort, im Naturschutzgebiet Westamager, am vergangenen Wochenende) ist, wirkt sich in der Bilanz freilich nicht negativ f\u00fcr Kopenhagen aus. Also, kurzum \u2013 ich freue mich, wieder hier zu sein, und auch auf die kommenden Monate aus vielerlei Gr\u00fcnden, wobei die wissenschaftlichen Herausforderungen, die sich mir stellen werden, durchaus erw\u00e4hnenswert sind \u2013 schlie\u00dflich soll Ende Januar kommenden Jahres meine Dissertation ihren Abschluss gefunden haben. Dass das viel Arbeit ist, steht au\u00dfer Frage, aber da sich derzeit Ergebnisse aus meiner bisherigen zweij\u00e4hrigen Arbeit massiv anzusammeln beginnen, beginnt es langsam spannend zu werden. Und die eine oder andere Tagung (z.B. Z\u00fcrich, Brisbane, Bayreuth?) und der eine oder andere Besuch in deutschen Gefilden wird die Zeit bis Januar 2010 sicher kurzweilig werden lassen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nun wird hinsichtlich der zeitlichen Ausdehnung der Inhalt dieses Beitrags dessen Titel in ziemlich keiner Weise gerecht, warf er doch mehr ein Schlaglicht auf den Ortswechsel vom Zentrum der Iberischen Halbinsel auf die Ostseite der Insel Seeland. Dass mich dienstliche und private Beweggr\u00fcnde im M\u00e4rz auch nach Berlin, Potsdam (bzw. an den nahegelegenen Seddiner See), Leipzig, Chemnitz, Mainz und Frankfurt f\u00fchrten, sei hier mithin zumindest der Form halber erw\u00e4hnt. Und als weiteren pers\u00f6nlichen Ausblick darf ich, die nun auch hier im S\u00fcden &#8211; in S\u00fcdskandinavien &#8211; endlich langsam w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen, singenden V\u00f6gel und sprie\u00dfenden Knospen im Seitenspiegel und die vergangenen Wochen im R\u00fcckspiegel, festhalten: Der Fr\u00fchling kann kommen!<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer angesichts des Titels denkt, hier handele es sich um eine Zusammenfassung der in den vergangenen ca. 30 Tagen in n\u00e4mlichem Nachrichtenmagazin erschienenen Artikel, irrt. Vielmehr will ich hiermit auf den letzten Monat zumindest kurz reflektierend R\u00fcckschau halten. 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