{"id":136,"date":"2010-12-27T22:36:00","date_gmt":"2010-12-27T22:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=136"},"modified":"2021-08-06T21:44:16","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:16","slug":"irrfahrt-ins-weihnachtsfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2010\/12\/27\/irrfahrt-ins-weihnachtsfest\/","title":{"rendered":"Irrfahrt ins Weihnachtsfest"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><!-- s9ymdb:156 --><img loading=\"lazy\" height=\"110\" width=\"74\" class=\"serendipity_image_left\" style=\"float: left; border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0234.thumb.jpg\" \/>Das Jahr geht zu Ende, die Weihnachtsfeiertage sind bew\u00e4ltigt, und der Vogelwart liegt mit einer wieder aufgeflammten Grippe im Bett. Das gibt ihm die Gelegenheit, der gesch\u00e4tzten Leserschaft Bericht zu erstatten \u00fcber die Erlebnisse seiner Fahrt von der d\u00e4nischen Hauptstadt ins westf\u00e4lische Herford, in dessen N\u00e4he die diesj\u00e4hrigen Festt\u00e4glichkeiten stattfinden sollten. Die Fahrt war veranschlagt f\u00fcr den 23.12., die Abfahrt Kopenhagen f\u00fcr 11:44, die Ankunft in Herford um 18:42 Uhr des selben Tages, die gesamte Fahrt also f\u00fcr etwa sieben Stunden. Wie sich die Fahrzeit mirnichts, dirnichts verdreifachte, davon m\u00f6chte ich im Folgenden berichten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Wer die vorweihnachtlichen Nachrichten in Funk und Fernsehen zum winterlichen Verkehrschaos auf Stra\u00dfe, Schiene und in der Luft verfolgt hatte, war vorgewarnt: Begebe Dich nicht zum Bahnhof, ohne eine Internetrecherche zur Planm\u00e4\u00dfigkeit Deines Zuges. Folglich konsultierte ich die Webseite der Deutschen Bahn zur P\u00fcnktlichkeit meines ICE von Kopenhagen \u00fcber Puttgarden\/F\u00e4hre nach Hamburg, und das Ergebnis war (Zeitpunkt: 11:00) positiv, so dass ich mich mit Sack und Pack durch das Schneetreiben aufmachte zum Kopenhagener Hauptbahnhof. Dort angelangt war ich beinah \u00fcberrascht, dass tats\u00e4chlich alles nach einer planm\u00e4\u00dfigen Abfahrt aussah. Ich bestieg also den Zug, fand meinen reservierten Platz, verstaute mein Gep\u00e4ck und begann, der Abfahrt zu harren. Und um genau 11:44 kam dann auch eine Durchsage, doch leider nicht zur bevorstehenden Abfahrt, sondern die &quot;unerfreuliche Information&quot;, dass der Zugverkehr zwischen Puttgarden und Hamburg komplett eingestellt ist aufgrund massiver Schneeverwehungen, eingefrorener Weichen und vielem anderen mehr. Die Passagiere mit dem Ziel Deutschland m\u00f6gen doch bitte den Zug verlassen und auf weitere Informationen warten. Prostmahlzeit, denke ich mir, entstaue mein Gep\u00e4ck, verpacke mich wieder in Mantel, Schal und M\u00fctze und wuchte meinen Plunder auf den verschneiten Bahnsteig. Ja, nicht nur Stra\u00dfen und Wege sind in Kopenhagen verschneit, sondern auch Bahnsteige, denn zahlreiche Risse und Spalten in der Dachverglasungskonstruktion erlauben einen stetigen Einflug von Schneekristallen. Letztlich kann man sich kaum dem Eindruck erwehren, die Fahrradwege drau\u00dfen seien besser ger\u00e4umt als die Zugsteige &quot;drinnen&quot;. <\/p>\n<p align=\"justify\">Nun stand ich da und wusste nicht so recht, was tun. Doch gottlob ist die Strategie der d\u00e4nischen Bahn in solchen F\u00e4llen der deutschen recht un\u00e4hnlich, denn sogleich wurde eine Hundertschaft Informations-Servicekr\u00e4fte bereitgestellt, die einem bereitwillig und freundlich (!) Auskunft gaben. Nachdem ich drei verschiedene Personen befragt und den Lautsprecherdurchsagen gelauscht hatte, verdichteten sich die Indizien, dass der kl\u00fcgste Plan ein Sonderzug nach Hamburg um 14:07 sei. Das gab mir bald zwei Stunden Zeit, so dass ich mich mit all meinem Gep\u00e4ck wieder nach Hause begab, von wo ich die Verwandtschaft informierte und ich im Internet auf dem Laufenden blieb. (Inzwischen hatte sich die Nachricht der Lahmlegung des gesamten norddeutschen Zugverkehrs sogar bis zum DB-Webseitenangebot herumgesprochen).<\/p>\n<p align=\"justify\">Um 14:00 stand ich also wieder parat am Bahnsteig, nachdem ich mir abermals durch das Info-Personal hatte best\u00e4tigen lassen, dass es sich tats\u00e4chlich um einen Sonderzug handelt, der mindestens bis Flensburg, vielleicht sogar bis Hamburg zu verkehren gedachte. Ich stieg also ein, machte es mir bequem, alles war bestens. Bis der Schaffner kam. Der zeigte sich recht \u00fcberrascht, dass so viele Reisende mit dem Ziel Deutschland in seinem Regionalzug (!) nach Fredericia (!!) sa\u00dfen. Von einem Ziel Flensburg oder gar Hamburg wusste er indes nichts. Doch, man k\u00f6nne aber bis Fredericia fahren und von dort in einen Zug nach Flensburg umsteigen. Diese, neue, Informationslage \u00e4nderte sich jedoch abermals kurz vor Odense, welches auf der Insel F\u00fcnen quasi mittendrin zwischen Seeland und dem festl\u00e4ndischen J\u00fctland liegt. (Wem die Geografie unseres n\u00f6rdlichen Nachbarlandes so gel\u00e4ufig ist wie jene b\u00f6hmischer D\u00f6rfer, der mag sich in einschl\u00e4gigen Internetwerken etwa der Firma Google kundig machen.) Aus dem Lautsprecher vernahmen wir den Hinweis, dass der Zug zwar bis Fredericia verkehre, dass den Deutschlandfahrern jedoch empfohlen werde, in Odense auszusteigen und dort in den n\u00e4chsten Zug nach Flensburg aufzusteigen, welcher in wenigen Minuten dort abfahren solle. <\/p>\n<p align=\"justify\">Auf den windigen Bahnsteigen von Odense zeigte jedoch zun\u00e4chst keine Anzeige irgendwas von irgendeinem Zug nach Flensburg, also reihte ich mich in die schier unendliche Schlange im Reisezentrum ein, wo mir der freundliche Mitarbeiter zun\u00e4chst seine Verwunderung dar\u00fcber kundtat, dass alle mit dem Ziel Flensburg hier in Odense aus dem Zug gestiegen seien, denn in Fredericia gebe es doch bessere Verbindungen nach Deutschland. Hier verfestigte sich mein Eindruck, dass auch die d\u00e4nische Bahn, obgleich \u00fcberall mit zahlreichen Servicekr\u00e4ften ganz weit vorne an der Informationsfront, mit der Bew\u00e4ltigung der besonderen anderen Wetterumst\u00e4nde durchaus vollkommen \u00fcberfordert war. Nun druckte mir der freundliche Mitarbeiter ein paar Bl\u00e4tter mit diversen Verbindungen nach Flensburg, Hamburg und gar Herford (Ankunft 4 Uhr irgendwas) aus, von denen ich allerdings gleich annahm, dass sie recht bald Makulatur werden w\u00fcrden. Um 16:50 Uhr sollte also dann doch eine Bahn nach Flensburg abfahren, so dass ich mich etwa f\u00fcnf Minuten vorher auf den frostigen Bahnsteig begab, wo ich die im Zweiminutentakt aktualisierte Versp\u00e4tungsanzeige aufmerksam zu verfolgen begann. Auf dem gegen\u00fcberliegenden Gleis stand indessen ein Zug mit dem Ziel Fredericia bereit. Meine Frage an einen der Kommunikationsmitarbeiter, was denn nun mit dem Zug nach Flensburg sei, ergab schlie\u00dflich eine \u00dcberraschung: Ich solle doch lieber in den hier bereitstehenden Zug nach Fredericia steigen, um dort weiter gen S\u00fcden zu ziehen. Verdutzt ging ich ca. 15 Meter weiter den Bahnsteig hinab, um eine weitere Servicekraft zu konsultieren. Diese wiederum riet mir dringend davon ab, nach Fredericia zu fahren, stattdessen solle ich doch den Zug nach Flensburg nehmen, der in wenigen Minuten Einfahrt erhalten solle. Ich entgegnete mit dem h\u00f6flichen Hinweis, dass doch wenigstens die Mitarbeiter auf ein und demselben Gleis sich ein wenig abstimmen sollten hinsichtlich ihrer Informationsstrategie. Daraufhin winkte sie ihren Kollegen herbei und es entspann sich in einer Runde von sechs orangegewandeten Info-Leuten eine hitzige Diskussion, was denn nun zu tun sei. Schlie\u00dflich kam man \u00fcberein, dass man die Zentrale befragen solle. Nach nur wenigen Minuten wurde das Mobiltelefonat beendet und man gab einigerma\u00dfen unisono die Auskunft, der Zug nach Flensburg komme gleich und der nach wie vor wartende nach Fredericia stehe nur deshalb noch da, weil die Toiletten defekt seien und die Passagiere die Bahnhofsklos nutzten. <\/p>\n<p align=\"justify\">Nun denn, schlappe 20 Minuten sp\u00e4ter, es ging auf halb sechs, fuhr der Zug nach Flensburg in den Bahnhof, und, vom Gl\u00fcck verfolgt, ergatterte ich tats\u00e4chlich einen Sitzplatz. Und ich griff mir den n\u00e4chsten durch den Waggon eilenden Schaffner, der mir wortkarg best\u00e4tigte, dass wir, ja, nach Flensburg f\u00fchren. Erleichterung. Bis zur n\u00e4chsten Durchsage. Diese beinhaltete die freudige Nachricht, dass alle Passagiere auf dem Weg nach Deutschland doch bitte in Kolding ( dem ersten j\u00fctl\u00e4ndischen Bahnhof) auszusteigen. Von dort w\u00fcrden Busse als Schienenersatzverkehr nach Flensburg eingesetzt, denn Z\u00fcge verkehrten heute nicht mehr nach Deutschland. In Kolding angelangt brauchten die Deutschlandfahrer eine Weile, bis sie den Busbahnhof fanden, doch schlie\u00dflich stand an Platz 14 ein Doppeldeckerfahrzeug bereit, in dem passgenau alle die wollten bzw. Mussten Platz fanden. Die etwa hundertmin\u00fctige Fahrt nutzte ich um schlafenderweis ein wenig zu ruhen. <\/p>\n<p align=\"justify\">Gegen 19:53 Uhr erreichten wir Flensburg. Und kaum in den Gefilden der Deutschen Bahn AG angelangt, merkte ein jeder den Kontrast zu unseren d\u00e4nischen Freunden: Zwar herrschte auf allen deutschen Bahnh\u00f6fen Chaos und eine Heerschar nichtinformierter Bahnkunden tummelte sich in Wartehallen und auf Bahnsteigen, doch weit und breit gab sich nicht eine einziges St\u00fcck Servicepersonal zu erkennen. Der D\u00e4nen Motto &quot;Viel hilft viel&quot; wird von den Deutschen mit der Strategie &quot;Weniger ist mehr&quot; gespiegelt. Nachdem ich im Bahnhofskiosk, der auch um 20 Uhr schloss und dessen Personal besonders erfreut war \u00fcber den Ansturm verzweifelter Reisender kurz vor Ladenschluss, die vorletzte Bockwurst ergattert hatte, harrte ich der Dinge (oder der Z\u00fcge) die da kommen (sollten). Und sie kamen: Mit blo\u00df 10min\u00fctiger Versp\u00e4tung tauchte aus dem Schneetreiben der vorgesehene Regionalexpress nach Neum\u00fcnster auf, von wo aus der Anschlusszug nach Hamburg gehen sollte. Meine Hoffnung, heute Nacht vielleicht doch noch nach Osnabr\u00fcck oder Bielefeld und damit in von meinen Abholern erreichbare Entfernungen, wuchs ein wenig. <\/p>\n<p align=\"justify\">Bis der Zug in der Bahnhofseinfahrt von Neum\u00fcnster anhielt. Dabei hatte der Zugchef schon die Abfahrtszeiten und Geleise der wartenden Anschlussz\u00fcge erl\u00e4utert und alle Aussteigenden vor den \u201evon Schnee und Eis vereisten Tritten\u201c gewarnt. Nun war der freundliche Herr zu einer weiteren Auskunft gezwungen, n\u00e4mlich zu der, dass wir die Einfahrt in den Bahnhof leider nicht abschlie\u00dfen k\u00f6nnen aufgrund einer eingefrorenen Weiche. Der Techniker komme in etwa. 15 Minuten und lege dann die Weiche frei. Und so geschah es. Was ich bisher nicht erw\u00e4hnt hatte, ist der erheiternde Umstand, dass ich bei all dem Chaos auf ein Mobiltelefon verzichten durfte. Mein Handy war mir Mitte November in einem Taxi in der arabischen W\u00fcste von Qatar, auf der R\u00fcckreise von meinem Vogelbeobachtungstrip nach Thailand, verloren gegangen. Leider hatten es die freundlichen Mitarbeiter von O2 es innerhalb von mehr als einem Monat Wochen nicht geschafft, mir eine neue SIM-Karte zuzusenden. Doch diese Geschichte w\u00fcrde eine weiteren Blogeintrag f\u00fcllen. Jedenfalls war ich auf meiner Irrfahrt ohne Handy und machte so also Gebrauch vom immerhin funktionsf\u00e4higen Telefonzellennetz der Deutschen Telekom, um meine Familie auf dem Laufenden zu halten. <\/p>\n<p align=\"justify\">Um etwa 21:50 gelangten wir also alle \u00fcber die von Schnee und Eis vereisten Tritte auf den gleichfalls halb vereisten Bahnhof von Neum\u00fcnster. Und schon um 22:42 Uhr sollte der Anschlusszug nach Hamburg eintreffen, der dann auch schon mit 20min\u00fctiger Versp\u00e4tung gen S\u00fcdwesten abfuhr. Von all den Mitreisenden, etwa dem schwedischen Seniorenehepaar, das von vielen anderen r\u00fchrend umsorgt wurde, dem frisch geschiedenen Familienvater, der einem seiner besten Freunde die Geschichte der letzten Monate ins Telefon klagte, oder von den Backpackerm\u00e4dels, die eigentlich vorhatten noch bis nach N\u00fcrnberg zu kommen, kann ich in aller Ausf\u00fchrlichkeit hier freilich nicht berichten, denn das w\u00fcrde doch vollkommen den Rahmen sprengen. Was jedoch bei all jenen, eingeschlossen meiner Person, auffiel, war die mit steigendem Chaos und voranschreitender Versp\u00e4tung sich verst\u00e4rkende Gelassenheit, die sich breitmachte. Je sp\u00e4ter alles wurde, desto geduldiger wurden die Reisenden und mit einem umso breiteren Schmunzeln begegneten sie den skurrilen Verlautbarungen der Gleisansage.<\/p>\n<p align=\"justify\">Um etwa 0:30 erreichten wir Hamburg. Und wer eine mit Personal ausgestatteten Servicepoint erwartete, der irrte \u2013 selbst im riesigen Hamburger Bahnhof hatte entweder die K\u00e4lte oder die Bahn selbst ihre Mitarbeiter von den Gleisen gefegt. Und so blieb mir nichts anders \u00fcblich, als im n\u00e4chstbesten (bzw. \u2013g\u00fcnstigsten) Hotel um ein Nachtlager zu bitten. Gottlob war in der Herberge \u201eHotel Phoenix\u201c, einem Etablissement aus den gesch\u00e4tzt sp\u00e4ten 50er Jahren, ein Platz f\u00fcr mich in Form eines Einzelzimmers. Mit Klo auf dem Gang, einfach verglasten Fenstern und kurzen Wegen zu den \u00fcbrigen sanit\u00e4ren Anlagen: Dusche und Waschbecken befanden sich ohne Abtrennung direkt im etwa siebeneinhalb Quadratmeter gro\u00dfen Zimmer. Das Fr\u00fchst\u00fcck war entsprechend und bedarf keiner weiteren Erw\u00e4hnung<\/p>\n<p align=\"justify\">Am Morgen am Bahnhof empfing mich der freundliche Mitarbeiter am Servicepoint mit der Frage, warum ich mir denn bei meiner Ankunft in Hamburg am Vorabend meine Ankunftszeit habe best\u00e4tigen lassen. Als ich dann aber anhob zu einer &quot;Also h\u00f6ren Sie mir mal zu: Wenn Sie keine Mitarbeiter&#8230;&quot;-Salve, unterbrach er mich jedoch kurzerhand mit einem Augenzwinkern und gab mir den gew\u00fcnschten Stempel. Nach etwa zwei Stunden erreichte ich Hannover, wo vollkommenes Chaos herrschte. Auf den total \u00fcberf\u00fcllten Gleisen 11 und 12, von wo ich meinen Anschlusszug Richtung Herford nehmen sollte, trugen sich tumultartige unter Zust\u00e4nde zu, vervollkommnet durch die Verwirrung bei den Verantwortlichen. Ausz\u00fcge aus den surrealen Zust\u00e4nden: Aus den Lautsprechern ert\u00f6nt die Durchsage\u00a0 &quot;Auf Gleis 11 ist nun f\u00fcr Sie bereitgestellt der Sonder-Intercity nach K\u00f6ln \u00fcber Essen (&#8230;)&quot;. Ein g\u00e4nzlich \u00fcberforderter Bahnmitarbeiter wird best\u00fcrmt von verwirrten, wild fragenden Kunden, was denn mit Z\u00fcgen nach K\u00f6ln und ins Ruhrgebiet sei, woraufhin dieser irgendwann nur noch barsch antwortet, dass alle Z\u00fcge in diese Richtung auf unbestimmte Zeit versp\u00e4ten, wegen Eisregens, Schneeverwehungen und eingefrorener Oberleitungen. Einige Sekunden sp\u00e4ter, nachdem ein guter Teil der Reisenden in den laut Anzeige und Durchsage bereitgestellten Intercity nach K\u00f6ln eingestiegen sind, erschallt die aktualisierte Durchsage, alle m\u00f6gen wieder aussteigen, dies sei nicht der IC nach K\u00f6ln, sondern nach Berlin. Und so weiter. Nach dem Anblick dieser chaotischen Zust\u00e4nde verabschiedete ich mich von Gleis 11 und 12, um mich am Servicepoint mit frischer Information zu versorgen. Als ich dem gleichfalls vollkommen verzweifelten Info-Menschen ebendort die frohe Botschaft er\u00f6ffnete, ich m\u00fcsse blo\u00df nach Herford bzw. Bad Oeynhausen, konnte ich ihn nur schwerlich davon abhalten, mir vor Freude um den Hals zu fallen, denn das war eine vergleichsweise einfache Aufgabe. Und so nahm ich um kurz nach 12 den Regionalzug stieg, wonach ich am Heiligen Abend gegen 13:30 Uhr, nach lediglich 25einhalb Stunden Reisezeit, mein Ziel erreichte.<\/p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr geht zu Ende, die Weihnachtsfeiertage sind bew\u00e4ltigt, und der Vogelwart liegt mit einer wieder aufgeflammten Grippe im Bett. 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