{"id":139,"date":"2012-04-01T13:31:46","date_gmt":"2012-04-01T13:31:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=139"},"modified":"2021-08-06T21:44:16","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:16","slug":"klimawandel-und-oeko-landbau-woelfe-bald-in-unseren-vorgaerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2012\/04\/01\/klimawandel-und-oeko-landbau-woelfe-bald-in-unseren-vorgaerten\/","title":{"rendered":"Klimawandel und \u00d6ko-Landbau: W\u00f6lfe bald in unseren Vorg\u00e4rten?"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><!-- s9ymdb:158 --><\/p>\n<p align=\"justify\"><font size=\"3\"><i><b>HINWEIS: Wer das folgende liest, muss auch <a href=\"http:\/\/www.vogelwart.de\/index.php?\/archives\/139-Wolf-im-Westerwald-Gut-so!.html\">das hier<\/a> lesen.<\/b><\/i><\/font><\/p>\n<p align=\"justify\">\n<p align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" height=\"110\" width=\"93\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0231.thumb.jpg\" style=\"float: left; border: 0px none; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" class=\"serendipity_image_left\" \/><b>Seit etwa 12 Jahren leben wieder W\u00f6lfe in Deutschland &#8211; zuletzt wurde ein streunendes Tier im <a href=\"http:\/\/www.rhein-zeitung.de\/regionales_artikel,-NABU-bestaetigt-Es-gibt-einen-Wolf-im-Westerwald-_arid,401849.html\">Westerwald<\/a> gesichtet. Kein Grund zur Panik, so hie\u00df es bisher, denn ihre heimliche, ja gar menschenscheue Lebensweise hielt die W\u00f6lfe bisher von menschlichen Siedlungen fern. Klimawandel und ver\u00e4nderte Lebensr\u00e4ume stellen jedoch eine Kombination von Faktoren dar, die wom\u00f6glich auch das Verhalten der Raubtiere \u00e4ndert. Und dies k\u00f6nnte in der Tat Anlass zur Sorge geben!<\/b><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe nach Deutschland hielten Naturschutzverb\u00e4nde und Wissenschaftler bisher f\u00fcr eine h\u00f6chst erfreuliche Entwicklung. Die j\u00fcngste Sichtung im Westerwald (n\u00f6rdliches Rheinland-Pfalz) zeigt die momentan starke Ausbreitungstendenz der hochmobilen Raubtiere (<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/wolfwesterwald100.html\">Tagesschau<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/westerwald-der-wolf-aus-mittelhessen-lebt-11702120.html\">FAZ<\/a> und viele <a href=\"http:\/\/www.swr3.de\/info\/nachrichten\/Der-Wolf-im-Westerwald\/-\/id=47428\/did=1464360\/gwclzy\/index.html\">weitere nationale Medien<\/a> berichteten). Ob diese Entwicklung auch weiterhin erfreulich verl\u00e4uft, ist allerdings fraglich. <\/p>\n<p>In drei vor kurzem in <a href=\"http:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v480\/n7378\/full\/nature10650.html\"><i>Nature<\/i><\/a>, <a href=\"http:\/\/www.vogelwart.de\/index.php?\/archives\/137-Mobil-im-Tuempel.html\"><i>Biology Letters<\/i><\/a> und <a href=\"http:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/j.1365-2486.2011.02418.x\/abstract\"><i>Global Change Biology<\/i><\/a> ver\u00f6ffentlichten Studien habe ich mich bekanntlich insbesondere mit den Auswirkungen von Klima- und Landnutzungswandel auf das Ausbreitungsverhalten verschiedener Tiergruppen besch\u00e4ftigt. Und unsere Analysen belegen ganz klar, dass gerade diese beiden menschenverursachten Faktoren (ver\u00e4nderte Landnutzung und Klimawandel) massive Auswirkungen auf das Wander- und auch das Besiedlungsverhalten der Tiere zeigen.<\/p>\n<p>Die Verbreitungsschwerpunkte des Wolfs in Europa liegen derzeit klar in eher \u00f6stlichen und somit von kontinentalem Klima gepr\u00e4gten Regionen. Dies sind gleichzeitig Gebiete mit hohen Dichten potentieller Beutetiere (Rehwild, Hasen u.a.). Die \u00c4nderung des Klimas sowie die Ausweitung des \u00f6kologischen Landbaus gerade in Regionen, wo bisher viel Stall-Viehhaltung betrieben wird, bef\u00f6rdert jedoch eindeutig die Ausbreitungstendenzen der Raubtiere ins westliche Europa und somit in dichter besiedelte Bereiche. Dies insofern, als Biobauern ihre Rinder und Schweine \u2013 mitsamt K\u00e4lbern und Ferkeln (welche optimal ins Beuteschema der W\u00f6lfe passen) zunehmend im Freiland halten. Daher sind Bio-H\u00f6fe wahre Anziehungspunkte f\u00fcr ehemals ausgerottete und sich nun wieder ausbreitende Gro\u00dfraubtiere.<\/p>\n<p>Und Wolf, Luchs und B\u00e4r machen, wenn sie schon bis in die westdeutschen Landschaften vorgedrungen sind, auch vor Parks, Kleingartensiedlungen und schlie\u00dflich Vorg\u00e4rten nicht halt. Wenn die ersten Luchse beginnen, die Kaninchenst\u00e4lle in den Vorstadtsvorg\u00e4rten leerzur\u00e4umen, das erste Wolfsrudel im K\u00f6lner K\u00f6nigsforst zwischen Spazierweg und Ausflugslokal sein Quartier bezieht, und die ersten Kindergartengruppen mit dem B\u00e4rchen kuscheln wollen, stehen wir vor gewaltigen Herausforderungen. Zweifelsohne ist hier Eigeninitiative gefragt. Von emanzipierten Schafherden k\u00f6nnen wir dabei eine Menge lernen: Jeder sollte sein eigener Hirte sein &#8211; jeder sollte sich h\u00fcten! (So empfahl es \u00fcbrigens schon der gro\u00dfe Gesellschaftsanalytiker Heinz Erhardt.) Doch auch die Politik ist gefordert. Im Dialog mit Naturschutz, Wissenschaft, Landwirtschaft und Bev\u00f6lkerung m\u00fcssen tragf\u00e4hige L\u00f6sungen gefunden werden, die dauerhaft das Zusammenleben von Tier und Mensch erm\u00f6glichen. Stuttgart 21 und der Frankfurter Flughafenausbau zeigen, dass ein fr\u00fchzeitiges Einbeziehen aller Beteiligten sinnvoll ist. Dies trifft auch f\u00fcr die Problematik Klimawandel\/Landnutzung\/Gro\u00dfraubtiere zu: Wenn die ersten Kinderwagenhersteller mit Wolfsgittern werben, ist es zu sp\u00e4t!<\/p>\n<address>\n<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HINWEIS: Wer das folgende liest, muss auch das hier lesen. Seit etwa 12 Jahren leben wieder W\u00f6lfe in Deutschland &#8211; zuletzt wurde ein streunendes Tier im Westerwald gesichtet. Kein Grund zur Panik, so hie\u00df es bisher, denn ihre heimliche, ja gar menschenscheue Lebensweise hielt die W\u00f6lfe bisher von menschlichen Siedlungen fern. Klimawandel und ver\u00e4nderte Lebensr\u00e4ume &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2012\/04\/01\/klimawandel-und-oeko-landbau-woelfe-bald-in-unseren-vorgaerten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8220;Klimawandel und \u00d6ko-Landbau: W\u00f6lfe bald in unseren Vorg\u00e4rten?&#8221;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=139"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":847,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/139\/revisions\/847"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}