{"id":16,"date":"2008-09-28T19:45:29","date_gmt":"2008-09-28T19:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=16"},"modified":"2021-08-06T21:44:17","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:17","slug":"in-bayern-hats-gekracht-eine-wahlnachlesepolemik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2008\/09\/28\/in-bayern-hats-gekracht-eine-wahlnachlesepolemik\/","title":{"rendered":"In Bayern hat&#8217;s gekracht. Eine Wahlnachlesepolemik."},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<p><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_7378-1.thumb.jpg\" width=\"99\" height=\"110\">Die W\u00e4hler des Freistaates haben dem Triumphduo Huber und Beckstein einen klaren Regierungsauftrag erteilt. Dies versuchte die CSU-Generalsekret\u00e4rin Haderthauer in Deppendorfs Berliner Runder der Pofallas, Bartschs, Heils, Lemkes und Niebels, dem Wahlvolk soeben glauben zu machen. Wer da nicht mit ihrem gesundem politischen Menschenverstand hadert, den hauert&#8217;s glatt um. Um 17 Prozent ist die Staatspartei mit dem Motto &#8220;Wir sind Bayern&#8221; (oder, frei \u00fcbersetzt &#8220;Der W\u00e4hler g&#8217;h\u00f6rt uns&#8221;) eingekracht, und keiner ist Schuld in der schwarzblauen organisierten Verantwortungslosi<!-- s9ymdb:149 -->gkeit: Huber dankt Beckstein f\u00fcr einen gro\u00dfartigen Wahlkampf und der CDU-General Pofalla n\u00e4selt sich einen von den tollen Chancen f\u00fcr die schwarzgelbe Option 2009 zurecht. Da piept&#8217;s nicht mehr nur wohl, da kracht&#8217;s eher unwohl.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Doch wen die krachende Niederlage der Union im Bayernland wundert, den verweise ich auf die Bundestagsdebatte am vergangenen Donnerstag, der die Scheinheiligkeit der CSU offenbarte. Von Garmisch bis Aschaffenburg landab im Bierzelt proklamierten die blauschwarzen Wahlk\u00e4mpfer &#8211; gegen das Votum der merkelschen Schwesterpartei \u00fcbrigens &#8211; die Wiedereinf\u00fchrung der vollen Pendlerpauschale. Dreisterweise hatte sich nun im Berliner Reichstag die Linkspartei ebendiese Forderung in Form eines Antrags zueigen gemacht, \u00fcber den sie &#8211; die Schelme &#8211; zudem noch namentlich abstimmen lie\u00dfen. Gar armselig erschien einem da der CSU-Abgeordnete Albert Rupprecht, den seine Fraktion am Rednerpult der H\u00e4me des gesamten Plenums von Gelb bis Dunkelrot sowie der allgemeinen L\u00e4cherlichkeit preisgab: &#8220;Wir betreiben die Wiedereinf\u00fchrung der Pendlerpauschale mit Nachdruck, daher stimmen wir heute geschlossen dagegen&#8221; lautete sein blauwei\u00dfes Credo, getreu dem Slogan &#8220;Vom Blau, das ich im Freistaat dem Stammtisch vom Himmel herunterfantasiere, wei\u00df ich im Hohen Hause zu Berlin nichts mehr.&#8221; Der Denkzettel kam prompt &#8211; in Form eines weniger wei\u00dfen als vielmehr blauen Briefes des Wahlsouver\u00e4ns.<\/p>\n<\/div>\n<p align=\"justify\">Dass allerdings die Sozialdemokratie und ihr Spitzengenosse Franz Maget von der Niederlage der Union nicht profitieren konnte, soll hier der Vollst\u00e4ndigkeit halber nicht unerw\u00e4hnt bleiben, maget uns gefallen oder auch nicht. Die Anzahl der jeweiligen Landtagslagerinsassen bleibt einigerma\u00dfen gleich. Was die SPD verliert, gewinnen die Gr\u00fcnen und mit ihnen ihr sympathischer Frontmann Sepp Daxenberger (Gl\u00fcckwunsch!), was bei der CSU wegkracht, lagert sich bei den Freien w\u00e4hlern und den anderen, Neo-Liberalen an (wobei die bayrische Landesvorsitzende der FDP, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, noch zu den weniger neo als mehr vern\u00fcnftigen Vertretern ihrer Partei geh\u00f6rt). Die Linkspartei scheitert knapp, aber trotzdem. Doch obwohl das f\u00fcr Bayern kein allzu gro\u00dfer Schaden sein mag, so darf der sozialdemokratischen Kandidatin f\u00fcr&#8217;s Schloss Bellevue mehrheitlich \u00fcbles schwanen &#8211; was schade ist.<\/p>\n<p align=\"justify\">Nun denn &#8211; wer wird nun nach dieser Krachwahl die Regierungslederhosen anhaben? Zun\u00e4chst d\u00fcrfen wir gespannt sein, ob es zwischen den Konservativen in Bayern nicht zum personellen und im Bund nicht zum grunds\u00e4tzlichen Wahlkrach kommt. Doch davon abgesehen steht zu bef\u00fcrchten, dass durch gelbe Steigb\u00fcgelhilfe dem sattelfesten Sitz der CSU auf dem Staatskanzleiross dann doch keiner was anhaben kann. Immerhin w\u00fcrde dies die Staatspartei zwingen, so manchen Filz aus den Pantoffeln zu kratzen, unter denen sie den Freistaat w\u00e4hrend beinah 50 Jahren stehen lie\u00df. Ein spannenderes Abenteuer, und auch &#8211; diese These ma\u00dfe ich mir in aller Pauschalit\u00e4t freim\u00fctig an &#8211; f\u00fcr die Demokratie in Bayern und ganz Deutschland ungleich wohltuender, w\u00e4re ein Koalitionsversuch, der die seit jeher sich qua Partei als regierungsbem\u00fc\u00dfigt w\u00e4hnenden Hubers, Becksteins und S\u00f6ders auf die Oppositionsbank zwingen w\u00fcrde. Wenn ein sozialdemkokratischer Ministerpr\u00e4sident, gest\u00fctzt von einem bunten Strau\u00df ambitionierter Koalitionsfraktionen, in Bayern die Fenster aufstie\u00dfe, um frischen Wind eine allgemeine Entmiefung von Amtsstuben und Hirnen hereinzulassen. Letztere Option w\u00e4re ein wirklicher Krach in der politischen Orchestrierung der deutschen Politik &#8211; weniger als verwirrendes Chaos indes, sondern vielmehr als reinigendes Gewitter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die W\u00e4hler des Freistaates haben dem Triumphduo Huber und Beckstein einen klaren Regierungsauftrag erteilt. Dies versuchte die CSU-Generalsekret\u00e4rin Haderthauer in Deppendorfs Berliner Runder der Pofallas, Bartschs, Heils, Lemkes und Niebels, dem Wahlvolk soeben glauben zu machen. Wer da nicht mit ihrem gesundem politischen Menschenverstand hadert, den hauert&#8217;s glatt um. 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