{"id":31,"date":"2007-03-13T21:47:50","date_gmt":"2007-03-13T21:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=31"},"modified":"2021-08-06T21:44:19","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:19","slug":"heimat-deine-sterne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2007\/03\/13\/heimat-deine-sterne\/","title":{"rendered":"Heimat, deine Sterne&#8230;"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<p>Nach einem Monat Kopenhagen war der Vogelwart f\u00fcr ein paar Tage in Deutschland unterwegs. Und f\u00fcr meinen hier nachzulesenden Bericht scheint mir der nostalgisch-verkitschte Titel durchaus berechtigt, denn angesichts des fantastischen Wetters bot sich mir am Samstagabend tats\u00e4chlich das Sternenzelt des heimatlichen Westerwaldes dar.<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3 align=\"justify\">Zwischenstopp in der Domstadt<\/h3>\n<div align=\"justify\">\n<p>Zwar war ich ob der Langsamkeit, die mich bei der Gep\u00e4ckauslieferung Flughafen D\u00fcsseldorf am Samstagmorgen heimsuchte, zun\u00e4chst durchaus nicht erfreut. Doch da dies der Grund daf\u00fcr war, dass ich keinen direkten Anschluss am K\u00f6lner Hauptbahnhof hatte, bin ich hier gerne bereit, gegen\u00fcber den D\u00fcsseldorfer Servicekr\u00fcppeln Nachsicht walten zu lassen. In K\u00f6ln hatte ich nun 40 Minuten Aufenthalt, und so konnte ich drei Dinge tun, die mich sehr erfreuten. Zum einen konnte ich den Standardsatz meiner Mutter hinsichtlich der Windverh\u00e4ltnisse vor dem Hohen Dom zu K\u00f6ln best\u00e4tigt wissen (&quot;Auf der Domplatte zieht&#8217;et immer&quot;) und mir eine frische Fr\u00fchlingsbrise um den Kopf wehen lassen, zum zweiten war es mir verg\u00f6nnt, im Innenraum des Domes die mich immer wieder beeindruckende Erhabenheit dieses Kirchenbauwerkes atmen zu lassen, und drittens hatte ich im Anschluss daran noch Zeit, in einer der Bahnhofsgastst\u00e4tten einen hervorragenden Cappuccino zu konsumieren.<\/p>\n<\/div>\n<div align=\"justify\">\n<h3>Verwandtschaftskaffee<\/h3>\n<p>Ein gl\u00fccklicher Zufall war es, dass gerade am Samstagnachmittag, an dem ich nun eben auch in Altenkirchen weilte, eine meiner Cousinen aus Niederfischbach und ihr Mann zum Kaffee kamen, um meine Eltern und mich zu ihrer Silberhochzeit einzuladen, die sie im Oktober in Ostfriesland feiern werden. Ich habe diese Stunden sehr genossen, weil einen die Gespr\u00e4che \u00fcber Verwandte, Erlebnisse im Berufsalltag oder Autos gelegentlich in wohltuender Weise aus den wissenschaftlichen Elfenbeint\u00fcrmen der europ\u00e4ischen Metropolen auf den Boden der Tatsachen realen Lebens zur\u00fcckbringen.<\/p>\n<\/div>\n<div align=\"justify\">\n<h3>Parlamentarischer Abend in Berod<\/h3>\n<\/div>\n<div align=\"justify\">\n<p>Die liebe Kollegin und Freundin, die auf diesen Seiten schon einmal als weise und stilistische Ratgeberin ihren Auftritt hatte, f\u00fchrte mich zusammen mit Ihrem Lebensgef\u00e4hrten am Samstagabend in eine k\u00fcrzlich neu er\u00f6ffnete Lokalit\u00e4t in Berod. Das SAM ist eine Mischung aus Esslokal, Volkskneipe und Cocktailbar, in dem der Versuch, Westerw\u00e4lder D\u00f6rflichkeit mit moderner Internationalit\u00e4t (man serviert Spanisch-Kubanisches) zu verbinden, gegl\u00fcckt zu sein scheint. Dass da die Kellnerin statt der bestellten Kombination &quot;K\u00f6lsch, Wei\u00dfwein und Spezi&quot; mit der Variante &quot;K\u00f6lsch-Cola, Wei\u00dfwein und Cola&quot; an den Tisch kam und gelegentlich mal ein Plastikkaktus zu Boden ging, sei dem Lokal im Ganzen verziehen. Neben der obligatorischen Hasenfrage waren die kurzweiligen Stunden von politischen Diskussionen dominiert, in denen die \u00fcbliche Divergenz zwischen der schw\u00e4rzlich-professionellen, strategisch ausgerichteten Haltung von Frau S. und meiner r\u00f6tlich-laienhaften, differenziert-grunsatzorientierten Position ebenso unterhaltsam war wie -nicht unerwartet- un\u00fcberbr\u00fcckbar blieb.<\/p>\n<h3>Gottesdienst mit Armbruch<\/h3>\n<p>Die Sonne und das Bewusstsein, ja leider nur ein paar Stunden in Altenkirchen zu haben, trieb mich f\u00fcr sonnt\u00e4gliche Verh\u00e4ltnisse recht fr\u00fch aus dem Bett und gab mir gar die Zeit, ein ziemlich ausgiebiges Fr\u00fchst\u00fcck einzunehmen. In der Messe in St. Jakobus wurden endlich mal sch\u00f6ne Lieder gesungen, auch wenn der Organist wie \u00fcblich nicht viel draus machte. Pastor Bruno Nebel meisterte den Gottesdienst einarmig, da er sich mittwochs zuvor den Arm brach. Nun ja, und die Predigt war die \u00fcbliche, recht einfach gestrickte und konfus verbeispielte Kost, wenngleich das Thema (&quot;Selig sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden&quot;) durchaus mehr geboten h\u00e4tte.<\/p>\n<h3>Gesellig im Sudhaus<\/h3>\n<p>Wenn man in Marburg in eine Kneipe geht, kann man sich kaum einen urigeren Ort aussuchen als das Sudhaus. Also hatte ich die Freunde und Kollegen der <a href=\"http:\/\/www.tieroeko.de\/\">AG Tier\u00f6kologie<\/a> und der <a href=\"http:\/\/open-politix.de\/\">Liste Fachkraft<\/a> zum Treffen ins Sudhaus geladen. Es war ein wundersch\u00f6ner, geselliger Abend, an dem zwar nichts au\u00dfergew\u00f6hnliches passierte, doch habe ich die gem\u00fctlichen Stunden am Hirschberg sehr genossen, da mir bewusst ist, dass sich solche Gelegenheiten nicht gerade h\u00e4ufen werden in der n\u00e4chsten Zeit. Hanna, Juko, Esther, Christian, Martin, Kirsten, Christine, Matthias, sch\u00f6n, dass ihr da wart!<\/p>\n<h3>MMM: Makro\u00f6kologie-Metropole Mainz<\/h3>\n<p>Am Montag und Dienstag wurde eine der drei Karnevalshochburgen am Rhein, die ich innerhalb meines Viertagestrips durchreiste, zur Metropole der deutschen Makro\u00f6kologie, hatte doch Frau Prof. Katrin B\u00f6hning-Gaese zur ersten Tagung des n\u00e4mlichen <a href=\"http:\/\/www.gfoe.org\/gfoe-arbeitskreise\/makrooekologie.html\">Informationskreises<\/a> der <a href=\"http:\/\/www.gfoe.org\/\">Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie<\/a> in die Rheinland-Pf\u00e4lzische Hauptstadt geladen. Zun\u00e4chst steuerte ich mein Hotel an, um dort ein Zimmer im Charme der, na ich w\u00fcrde mal sagen, fr\u00fchen Achtziger Jahre vorzufinden (Badezimmer: eher fr\u00fche Siebziger), doch ger\u00e4umig, sauber und mit allem, was man so braucht. F\u00fcr Kurzaufenthalte ist das <a href=\"http:\/\/www.moguntia-hotel.de\/\">Hotel Moguntia<\/a> aus Gr\u00fcnden des Preises, des Service, der Lage und des Fr\u00fchst\u00fccks insofern also sehr zu empfehlen. <\/p>\n<p>Viele bekannte Gesichter erschienen denn schlie\u00dflich auf dem Mainzer Campus, doch wenn auch die groben Themen aus dem Programm mir zumeist schon gel\u00e4ufig waren, so waren einerseits doch auch ganz &quot;neue&quot; Leute und frische Vortr\u00e4ge zu erleben und hatten zum anderen die bekannten Gr\u00f6\u00dfen viel spannendes Neues beizutragen. Ich selbst bekam f\u00fcr meinen eigenen Vortrag nochmals ein positives Feedback wie auch wertvolle Anregungen, eine globale Inselstudie aus Bonn beeindruckte in der \u00fcblichen Brillanz, methodisch wurde mein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Problematik der r\u00e4umlichen Autororrelation dank Hallenser Fachverstand und eines in allen Bereichen \u00fcberzeugenden Referats aus Mainz durchaus erweitert, und in der letzten Session am Dienstagvormittag bekam ich die Gelegenheit, zwei Dinge einzu\u00fcben. Ich durfte erstmals auf einer solchen Tagung drei Vortr\u00e4ge &quot;anmoderieren&quot;, wenn man das Vorlesen des Namens des Vortragenden und des Titels als solches bezeichnen m\u00f6chte. Somit konnte ich erstens diese Moderationskunst erlernen, was ich sogleich vergeigte, stellte ich den Bonner Kollegen <a href=\"http:\/\/www.uni-bonn.de\/~uzsxeg\/\">Holger Kreft<\/a> doch gleich als Volker Kreft vor. Naja, aus Fehlern wird man klug&#8230; Zweitens musste ich ob meiner Funktion der Herausforderung Herr werden, mal nicht einzunicken und auch das enstpannende Augenschlie\u00dfen sehr zu beschr\u00e4nken, was mir \u00fcblicherweise schwer f\u00e4llt und mir diesmal doch mit Ach und Krach gelang. Na bitte. <\/p>\n<\/div>\n<div align=\"justify\">\n<p>Der gesellige Montagabend im &quot;Weinhaus zum Beichtstuhl&quot; war auch sehr gelungen, wobei die Massen, die einem hier als Portionen aufgefahren wurden, fast schon nicht mehr feierlich waren. Bereuen musste ich folglich beinah, dass ich mir (gottlob gemeinsam mit Roman) einen Spundk\u00e4s vorweg bestellt hatte. Fehlte den Bratkartoffeln auch ein wenig Salz, so waren sie doch knusprig und die Wildschweinw\u00fcrste schmeckten deftig-w\u00fcrzig-gut. Und der Beilagensalatberg &#8211; frisch, vorwiegend gr\u00fcn und doch hochdivers, w\u00e4re in anderen Lokalit\u00e4ten als Hauptspeise durchgegangen.<\/p>\n<h2>Deutschlandfazit<\/h2>\n<p>An dieser Stelle muss ich gar nicht viele Worte machen: Sch\u00f6n war&#8217;s. Die Trias aus (i) Westerw\u00e4lder Familiengespr\u00e4ch mit politischem Lokalabend, (ii) Marburger Sudhausrunde mit Qualm, Bier und viel guter Diskussion und (iii) wissenschaftlichem Wiedersehen, wertvoller Weiterentwicklung und Wildschweinw\u00fcrsten in Mainz war in jederlei Hinsicht lohnenswert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem Monat Kopenhagen war der Vogelwart f\u00fcr ein paar Tage in Deutschland unterwegs. Und f\u00fcr meinen hier nachzulesenden Bericht scheint mir der nostalgisch-verkitschte Titel durchaus berechtigt, denn angesichts des fantastischen Wetters bot sich mir am Samstagabend tats\u00e4chlich das Sternenzelt des heimatlichen Westerwaldes dar.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":958,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31\/revisions\/958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}