{"id":64,"date":"2007-06-15T22:50:47","date_gmt":"2007-06-15T22:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=64"},"modified":"2021-08-06T21:44:18","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:18","slug":"bombastisches-und-bildliches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2007\/06\/15\/bombastisches-und-bildliches\/","title":{"rendered":"Bombastisches und Bildliches"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\"><a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4200.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><!-- s9ymdb:70 --><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4200.thumb.jpg\" width=\"83\" height=\"110\"><\/a>Dieser Eintrag gliedert sich in zwei Teile. Im ersten schildere ich ein grandioses Konzert des London Symphony Orchestra unter der Leitung seines Chefdirigenten Valery Gergiev, der zweite Teil zeigt <a href=\"http:\/\/fotouristen.de\/ordner\/1829\">bildliche Eindr\u00fccke<\/a> der britischen Haupstadt.<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Bombastisch<\/h3>\n<p align=\"justify\">So k\u00f6nnte man das gestrige Konzert, welches ich mit meinem Kollegen Anders im Barbican Centre besuchte, mit einem Wort beschreiben. Wobei sich diese Beschreibung indessen nur auf den letzten und gleichsam \u00fcppigsten Teil der Veranstaltung bezieht. Als erstes Werk wurde Strawinskys &#8220;Les Noces&#8221; <i>(&#8220;Die Hochzeit&#8221;) <\/i>gegeben, welches, merkw\u00fcrdig gleichsam in seiner Besetzung (4 Klaviere, Schlagwerk, kleiner Chor, Sologesangsquartett, Dirigent) wie auch in seiner harmonischen, melodischen und rhythmischen Ausgestaltung, mich nicht gerade vom Hocker riss. Dies \u00e4nderte sich jedoch bald: Nach der Pause ging es vertr\u00e4umt-verspielt-virtuos weiter mit der Ersten Rhapsody f\u00fcr Klarinette von Claude Debussy.<\/p>\n<p align=\"justify\">Das Hauptwerk des Abends war schlie\u00dflich die Kantate zum zwanzigsten Jubil\u00e4um der Oktoberrevolution von Sergei Prokofjew. Nur selten kommt dieses monumentale St\u00fcck zur Auff\u00fchrung, nimmt es doch in der Besetzung gewaltige Ausma\u00dfe an: Zum gro\u00dfen und bereits \u00fcppig ausgestatteten Orchester (das Blech mit 9 H\u00f6rnern, 4 Trompeten, 4 Posaunen und 2 Tuben, im Schlagwerk schlie\u00dflich alles, was man sich vorstellen kann) gesellt der Komponist eine weitere Blechbl\u00e4serkapelle mit nochmals 2 H\u00f6rnern, mindestens 5 Trompeten, 2 Tenorh\u00f6rnern und 2 Tuben, einen 100k\u00f6pfigen Chor sowie kurioserweise ein Ensemble aus 5 Akkordeonisten. Wir erlebten somit ein seltenes Ereignis &#8211; dies liegt wohl neben den riesigen Ausma\u00dfen des Klangk\u00f6rpers auch am durchaus nicht unpolitischen Inhalt &#8211; schlie\u00dflich bestehen die Texte beinah g\u00e4nzlich aus einer Ode an den Kommunismus, mitsamt Ausz\u00fcgen aus der stalinschen Verfassungsrede von 1936. Doch abgesehen davon kann ich nur sagen: Es war ein musikalisches Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Valery Gergiev hatte all die Musikermassen unter perfekter Kontrolle und verstand es, ohne Taktstock, sondern mit seinen typischen, schier unglaublichen Handbewegungen, die einen gelegentlich glauben machen, er habe sich operativ mit Zusatzgelenken und Bewegungsoptionen ausstatten lassen, die Musikermassen durch den Notentext zu lotsen. Stundenlang k\u00f6nnte ich hier nun schreiben, wie perfekt die russische Deklamation des Chores (bestehend aus dem London Symphony Chorus und Mitgliedern des Marinsky-Chores aus St. Petersburg), wie nuancenreich die Dynamik und Klangfarbe des Orchesters, wie sauber das Blech, wie schmachtend-romantisch die Horngruppe im Unisono, wie durchdringend die Piccolos, wie pomp\u00f6s die Tambourine, Becken, Pauken und Trommeln waren. Lediglich die Akkordeonisten hatten es schwer, gingen sie doch, wenn sie auch sichtlich ihr Bestes gaben, in den unendlichen Weiten des Barbican-Konzertsaales ziemlich unter. Ich kann es nur nochmals sagen: Es war ein bombastisches, emotional anr\u00fchrendes Musikerlebnis, das nach dem atemberaubenden Schlussakkord in einem Applaussturm mit nicht enden wollenden Bravo-Rufen \u00fcberging. Ich hatte noch Minuten sp\u00e4ter G\u00e4nsehaut&#8230;<\/p>\n<h3><a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4200.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><!-- s9ymdb:70 --><\/a><a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4217.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><!-- s9ymdb:71 --><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4217.thumb.jpg\" width=\"83\" height=\"110\"><\/a>Pictures from London<a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4192.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><!-- s9ymdb:69 --><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: right; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/IMG_4192.thumb.jpg\" width=\"83\" height=\"110\"><\/a><\/h3>\n<p>Ein Spaziergang am heutigen Abend, beginnend beim Tower of London, endend bei St. Paul&#8217;s Cathedral, brachte einige bildliche Eindr\u00fccke hervor. In meinem <a href=\"http:\/\/fotouristen.de\/ordner\/1829\">London-Ordner<\/a> auf <a href=\"http:\/\/fotouristen.de\/\">fotouristen.de<\/a> ist eine Auswahl derselben zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Eintrag gliedert sich in zwei Teile. 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