{"id":73,"date":"2007-07-05T22:54:31","date_gmt":"2007-07-05T22:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=73"},"modified":"2021-08-06T21:44:18","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:18","slug":"wegweisende-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2007\/07\/05\/wegweisende-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Wegweisende Wissenschaft"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<p><!-- s9ymdb:87 --><img loading=\"lazy\" width=\"89\" height=\"110\" style=\"border: 0px none ; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/Goliathreiher.thumb.jpg\" \/>Dieser Blogeintrag hat in mehrerer Hinsicht wegweisenden Charakter: Er zeigt <a href=\"http:\/\/biology.plosjournals.org\/perlserv\/?request=get-document&#038;doi=10.1371\/journal.pbio.0050157\">gro\u00dfartige Forschung<\/a> im Verbund mit einem Beispiel f\u00fcr den <a href=\"http:\/\/www.plos.org\/oa\/index.html\">freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen<\/a>.<\/p>\n<p \/><i>Auf dem Bild zu sehen ist ein Goliathreiher (Ardea goliath), den ich auf unserer Exkursion 2005 in Namibia for die Linse bekam.<\/i>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Zum einen mache ich die interessierten Leser hiermit gerne aufmerksam auf einen gro\u00dfartigen Artikel von <a href=\"http:\/\/www-biology.ucsd.edu\/labs\/jetz\/index.html\">Walter Jetz<\/a>, gewisserma\u00dfen ein Kollege (wenn er mir auch hinsichtlich Karriere und Publikationsleistung weit voraus ist), der, wenngleich deutscher Herkunft, beneidenswerterweise an der Universit\u00e4t von San Diego forscht und lehrt. Walter und seine Kollegen analyisieren in ihrer in <a href=\"http:\/\/biology.plosjournals.org\/perlserv\/?request=index-html&#038;issn=1545-7885\">PLos Biology<\/a> erschienenen Arbeit die Gef\u00e4hrdung, die f\u00fcr die globale Artenvielfalt der V\u00f6gel vom <a href=\"http:\/\/www.vogelwart.de\/index.php?\/categories\/3-Klimawandel\">Klimawandel<\/a> und der sich ver\u00e4ndernden Landnutzung ausgeht. Je nach prognostizierter Ver\u00e4nderung des Klimas und der Landnutzung sind ihren Ergebnissen zufolge bis zu einem F\u00fcnftel aller Landv\u00f6gel der Erde vom Aussterben bedroht. Eine Zusammenfassung des Artikels ist weiter unten zu finden.<\/p>\n<p>Zum anderen ist die Ver\u00f6ffentlichung dieses Artikels ein Beispiel f\u00fcr die unterst\u00fctzungswerte Idee des &quot;<a href=\"http:\/\/openaccess-germany.de\/\">open access<\/a>&quot; &#8211; welche das Ziel verfolgt, allen Interessierten den Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu erm\u00f6glichen. &quot;Freie Wissenschaft und freie Bildung&quot; ist hier das Stichwort, dem ich mich auch aufgrund meiner hochschulpolitischen Herkunft &#8211; der Liste &quot;<a href=\"http:\/\/www.open-politix.de\/\">Fachkraft<\/a>&quot; an der Uni Marburg, verpflichtet f\u00fchle. Die Zeitschrift PLoS Biology (<a href=\"http:\/\/www.plos.org\/index.php\">PLoS<\/a> steht f\u00fcr &quot;Public Library of Science&quot;), in welcher der hier empfohlene Artikel j\u00fcngst erschien, hat sich eben diesen Zielen verschrieben, was im vielfach allzu \u00f6konomieorientierten Wettlauf der kommerziellen Wissenschaftsjournale ein wohltuender Lichtblick ist.<\/p>\n<p>Die Autoren fassen ihren Artikel <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/biology.plosjournals.org\/perlserv\/?request=get-document&#038;doi=10.1371\/journal.pbio.0050157\"><i>Jetz, W., Wilcove, D.S., Dobson, A.P. (2007): Projected impacts and land-use change on the global diversity of bird. &#8211; PLoS Biology 5 (6), 1211-1219.<\/i><\/a><\/p>\n<p>wie folgt zusammen (aus dem Englischen ins Deutsche \u00fcbertragen von <a href=\"http:\/\/www.bi.ku.dk\/staff\/person.asp?ID=485\">mir<\/a>):<\/p>\n<p>Landnutzung und Klimawandel zeigen bereits signifikante Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die mit dieser assoziierten &quot;ecosystem services&quot;. Indem wir die Prognosen zu zuk\u00fcnftigen Landnutzungsver\u00e4nderungen des k\u00fcrzlich beendeten &quot;Millenium Ecosystem Assessment&quot; verwendeten, konnten wir zeigen, dass zwischen 900 und 1.800 der 8.750 Landvogelarten der Erde bis zum Jahr 2100 von Klimawandel und Landnutzung bedroht sind. Diese Prognosen basieren auf der Annahme, dass die V\u00f6gel als Reaktion auf den Klimawandel kein nennenswertes Ausweichverhalten zeigen. Ein solcher Prozess w\u00fcrde die von uns vorhergesagte Reduktion der Verbreitungsgebiete weniger stark erscheinen lassen. <br \/>W\u00e4hrend der Klimawandel in h\u00f6heren geografischen Breiten der wichtigste Faktor ist, der das Vorkommen der V\u00f6gel schrumpfen lassen wird, zeigen unsere Prognosen, dass die Landnutzungsver\u00e4nderungen bzw. Lebensraumzerst\u00f6rungen (z.B. Entwaldung, Umwandlung von Grasland in Ackerland etc.) wesentlich st\u00e4rkere Auswirkungen in den Tropen haben werden. Dies liegt insbesondere daran, dass die V\u00f6gel in den Tropen extrem artenreich sind und oftmals sehr kleine Verbreitungsgebiete haben, was ihre Aussterbewahrscheinlichkeit erh\u00f6ht. Im Gegensatz dazu ist die Vogelwelt s\u00fcdlicherer bzw. n\u00f6rdlicherer Breiten weniger divers und haben die Arten gr\u00f6\u00dfere Areale.<br \/>Ein immens erweitertes Schutzgebietsnetzwerk in den Tropen, verbunden mit deutlich ambitionierteren Zielen zur Treibhausgasreduktion und zur intensiveren Untersuchung der Einfl\u00fcsse auf die Artenvielfalt wird n\u00f6tig sein, um das globale Artensterben zu minimieren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Blogeintrag hat in mehrerer Hinsicht wegweisenden Charakter: Er zeigt gro\u00dfartige Forschung im Verbund mit einem Beispiel f\u00fcr den freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen. 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