{"id":94,"date":"2007-12-06T23:32:59","date_gmt":"2007-12-06T23:32:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vogelwart.de\/?p=94"},"modified":"2021-08-06T21:44:17","modified_gmt":"2021-08-06T19:44:17","slug":"madrid-hat-mich-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vogelwart.de\/index.php\/2007\/12\/06\/madrid-hat-mich-wieder\/","title":{"rendered":"Madrid hat mich wieder!"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<p><a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/mad2_klein.jpg\"><!-- s9ymdb:108 --><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: left; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/mad2_klein.thumb.jpg\" width=\"74\" height=\"110\"><\/a>Nun wird es aber langsam Zeit, werden sich viele denken, die hier &#8211; die einen h\u00e4ufiger, die anderen seltener &#8211; reinschauen, und entweder gar nichts aktuelles oder Gastbeitr\u00e4ge vorfinden. Und da ich auch schon von diversen treuen Bloglesern explizit darauf angesprochen wurde, dass ich ja gar nichts mehr schreibe, will ich doch nun endlich mal wieder etwas eigenes beitragen, und wenn es sich nur, wie bei eben bei diesem Eintrag hier, um einen einen kurzen Auszugslagebericht meines aktuellen Daseins handelt.<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p><a class=\"serendipity_image_link\" href=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/mad1_klein.jpg\"><!-- s9ymdb:107 --><img loading=\"lazy\" style=\"border: 0px none; float: right; padding-left: 5px; padding-right: 5px;\" src=\"https:\/\/www.vogelwart.de\/wp-content\/uploads\/mad1_klein.thumb.jpg\" width=\"74\" height=\"110\"><\/a>Seit dem 1. November bin ich nun also wieder in Madrid. Nachdem ich bekannterma\u00dfen im Fr\u00fchjahr dieses Jahres bereits ca. 80 Tage hier verbringen durfte, bin ich nun f\u00fcr voraussichtlich ungef\u00e4hr eineinhalb Jahre in die spanische Hauptstadt zur\u00fcckgekehrt, um damit den Auflagen meines internationalen Promotionsstipendiums nachzukommen, welches vorsieht, dass ich je die H\u00e4lfte meiner dreij\u00e4hrigen <a href=\"http:\/\/www.bi.ku.dk\/staff\/person.asp?ID=485\">Doktorarbeitszeit<\/a> in Kopenhagen und Madrid zubringe. Dass die Jahreszeit es mir diesmal ganz besonders leicht gemacht hat, aus dem neblig-nassen D\u00e4nemark ins zwar teils durchaus kalte, doch zumeist trockene und vor allem sonnige Zentrum der Iberischen Halbinsel zu entfleuchen, kann sich wohl jeder vorstellen, der einmal den d\u00e4nischen Herbst und Winter zu erleben vermochte.<\/p>\n<h3>Beh\u00f6rdenh\u00fcrden<\/h3>\n<p>Spanische Beh\u00f6rden und Dienstleistungsunternehmen machen es einem wahrlich nicht leicht, hier heimisch zu werden. Gottlob bringe ich, resultierend aus den im Fr\u00fchjahr gemachten Erfahrungen, eine gute Portion Gelassenheit bei eigentlich allen Dingen mit, so dass das Umschiffen bzw. Wegw\u00e4lzen der diversen B\u00fcrokratie- und Servicesteine, die einem hier vor der finalen Ansiedlung in den Weg gelegt werden, einstweilen zu meinen leichtesten \u00dcbungen geh\u00f6rt. W\u00e4hrend die Wohnungssuche relativ problemlos vonstatten ging (bei einem recht reichhaltigen Angebot habe ich einen guten Kompromiss zwischen Wohnfl\u00e4che, Lage, Ausstattung und Mietpreis finden k\u00f6nnen), der Arbeitsalltag problemlos starten und ich auch reibungslos ein Bankkonto einrichten konnte, kann ich von zwei Beispielen berichten, bei denen man bei aller Gelassenheit um ein gewisses Kopfsch\u00fctteln nicht umhin kommt:<\/p>\n<h4>1. Mobiltelefon<\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gleich an einem der ersten Tage meines Aufenthaltes hier machte ich mich daran, ein spanisches Mobiltelefon zu erwerben. Ich wollte mir (da ich zu Beginn eben noch kein spanisches Konto hatte), bewusst ein prepaid-Handy besorgen, um allen m\u00f6glichen Problemen der Abbuchung von Vertragsgeb\u00fchren etc. gleich aus dem Weg zu gehen. Nun denn &#8211; auf zum n\u00e4chsten Vodafone-Shop, in dem man zwar N\u00fcmmerchen ziehen konnte, die aber, wie ich nach etwa einer Viertelstunde Wartens und Vorbeiziehens von zahlreichen Nachmirgekommenen feststellte, bei niemandem, namentlich nicht beim Personal, Beachtung fanden. Meine Frage, ob man auch Englisch spreche und verstehe, wurde mit dem recht \u00fcblichen (&#8220;a little&#8221;) beantwortet, und so verstand die Dame am Schalter zumindest, dass ich ein Telefon ohne Vertrag wollte. Sie zeigte mir die Preise und die dazugeh\u00f6rige Telefonauswahl, und ich war guter Dinge. Ich suchte mir spontan das billigste Handy aus, und schon begannen die guten Dinge ins oben bereits erw\u00e4hnte Gelassenheitsloch zu rutschen: Einen Ausweis wollte sie, den ich ihr noch geben konnte, doch dann wollte sie auch noch einen Registrierungsnachweis. Tja, den habe ich leider noch nicht (warum nicht: vgl. Beispiel 2), und so hatte ich f\u00fcr heute zu resignieren. Doch an einem der n\u00e4chsten Tage fasste ich neuen Mut. Was, wenn die Schaltertante mit ihrem koketten Vodafone-Schl\u00fcsselband mich doch nicht richtig verstanden hatte? Ich ging frohgemut in einen anderen Vodafone-Laden und trug abermals in der gleichen Reihenfolge (a little &#8211; Billigstes &#8211; Ausweis), meine Anliegen vor. Doch, man h\u00f6re und staune, sie verlangte den gleichen Nachweis wie die Kollegin im Nachbarladen. Also gut, dachte ich mir, das wird dann wohl seine Richtigkeit haben. Warte ich also, bis ich meinen Registrierungsnachweis erhalte. Was mich dann jedoch stutzig machte, waren die Gespr\u00e4che mit zwei Kolleginnen, die, obgleich ebenfalls aus fremden Landen, ihr Handy ohne jeglichen spanisch-beh\u00f6rdlichen Registrierungsnachweis erhalten hatten. Also fasste ich (nachdem ich inzwischen ein Bankkonto und eine feste Adresse mein Eigen nennen konnte, ohne Registrierungsnachweis indes) all meine Zuversicht zusammen und ging in einen dritten Laden. Wieder wurde das gleiche Ritual heruntergeleiert (bisschen &#8211; Billigger\u00e4t &#8211; Passvorlage), und siehe da, pl\u00f6tzlich war kein Registrierungsnachweis vonn\u00f6ten, sondern man war bereit, mir ohne einen solchen ein Prepaid-Handy (und gar einen Internetvertrag) auszuh\u00e4ndigen. Nur meine spanischen Kontodaten wollten sie haben. Und es war ja ein leichtes f\u00fcr mich, diese Anforderung zu erf\u00fcllen. Dass die Damen freilich den Konto-Vertrag in Kopie haben wollten, f\u00fcr dessen Herbeischaffen ich nochmals nach Hause und wieder zur\u00fcck zum Laden latschen durfte, lassen wir mal geflissentlich beiseite. Was schlie\u00dfen wir daraus: Keine Ahnung. Vielleicht, dass man (a) dem &#8220;a little&#8221; keinen Glauben schenken sollte und (b) Geld, und nicht Beh\u00f6rdennachweise, die Welt regiert.<\/p>\n<h4>2. Der Registrierungsnachweis<\/h4>\n<p>H\u00e4lt man sich l\u00e4nger als drei Monate in Spanien auf, hat man sich an zwei Stellen zu registrieren. Zum einen beim Einwohnermeldeamt, zum anderen bei der Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde. Vor allem letzteres ist wichtig, da man anhand der dortigen Registrierung die Ausl\u00e4nder-Steuernummer (&#8220;N.I.E.&#8221;) bekommt, mit der man allerhand machen kann (?). Nun ist es aber leider nicht so, dass man einfach, wie z.B. in Deutschland oder in D\u00e4nemark, aufs Amt geht, geraume Zeit wartet und diesen Registrierungsnachweis bekommt. Nein, man ruft bei der Beh\u00f6rde an, erh\u00e4lt einen Termin und erh\u00e4lt dann (bekannterma\u00dfen innerhalb von ca. 5 Minuten) die Registrierung und die N.I.E. H\u00f6rt sich ja gar nicht dumm an &#8211; so kann man l\u00e4stige Wartezeit vermeiden. Der Haken ist der Anruf bei der Beh\u00f6rde. Zun\u00e4chst war es nicht ganz einfach, die richtige Telefonnummmer herauszufinden. Ein Informationsbrief der deutschen Botschaft &#8220;Leben und Arbeiten in Spanien&#8221; wies eine Beh\u00f6rdenanschrift (mit dazugeh\u00f6riger Telefonnummer) aus, das nach den \u00fcbereinstimmenden Aussagen meiner beiden bereits erw\u00e4hnten Kolleginnen, nicht mehr ge\u00f6ffnet sei. In den Notizenarchiven derselben Kolleginnen konnte die Nummer auch nicht mehr aufgefunden werden. Auf den mir empfohlenen Internetseiten des spanischen Ministeriums des Innern konnte schon gar keine Information ausfindig gemacht werden, die nicht entweder auf einen vollkommen unverst\u00e4ndlichen Formularwust wies oder eine Auswahl unz\u00e4hliger B\u00fcros und Telefonnummern (ohne jeglichen Hinweis, welche die zust\u00e4ndige Adresse sein k\u00f6nnte) verlinkte. Schlie\u00dflich fand ich eine Telefonnummer zum von meinen Kolleginnen als zust\u00e4ndig identifizierten Beh\u00f6rdenb\u00fcro, doch dieses war nun ausweislich der Homepage ebenfalls geschlossen. Nach vielen Tagen Gr\u00fcbelns, wie ich an die notwendige Telefonnummer kommen k\u00f6nnte, diversen Anrufen bei der deutschen Botschaft (bei der mich die Vermittlung an den Sozialreferenten weiterreichte, der zwar sehr h\u00f6flich war und mich, zumal ungefragt, hinsichtlich meiner Krankenversicherungsangelegenheiten beriet, aber \u00fcberhaupt keine Ahnung hatte, wie er mir bei meinen Anliegen weiterhelfen konnte, sondern mich stattdessen an die Konsularabteilung verwies) und weiteren Stunden im Netz auf der Suche nach der richtigen Nummer wurde ich schlie\u00dflich mehr oder minder unverhofft auf den Seiten des spanischen Polizeikomissariats f\u00fcndig, auf denen tats\u00e4chlich drei Nummern f\u00fcr eine Terminvereinbarung zum Erhalt einer N.I.E. standen. Na endlich! Telefonzeit: 9:00 bis 14:30 Uhr. Wer nun allerdings glaubt, die Geschichte hat bereits ein Ende, der irrt! Es gibt n\u00e4mlich kein Durchkommen auf allen drei Leitungen. Nach ca. 30 Anrufen, die nicht etwa, wie man es in Mitteleuropa gew\u00f6hnt ist, in Warteschleifen endlose Runden drehten, sondern mit einem plumpem Besetztton je rapide beendet wurden, verstand ich den Hinweis des Konsularbeamten, dass man ja wisse, wie schwierig es sein, einen Termin f\u00fcr den N.I.E.-Erhalt zu bekommen. Doch was blieb mir anderes \u00fcbrig, als es weiter zu versuchen. Und man h\u00f6re und staune, anderntags war dann mein Terminbegehren recht z\u00fcgig von Erfolg gekr\u00f6nt. Man gab mir einen Termin f\u00fcr den 14 Januar (!) und informierte mich \u00fcber die Unterlagen, die ich mitzubringen habe, wovon ich angesichts des ungebremsten Spanischtempos der Sprecherin zwar nicht viel, aber hoffentlich das notwendige verstanden habe. Ob letzteres stimmt, wird sich an besagtem Termin im neuen Jahr erweisen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun wird es aber langsam Zeit, werden sich viele denken, die hier &#8211; die einen h\u00e4ufiger, die anderen seltener &#8211; reinschauen, und entweder gar nichts aktuelles oder Gastbeitr\u00e4ge vorfinden. 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