Ein Jubiläum der besonderen Art


Mit diesem Eintrag halte ich Rückblick auf ein besonderes Kulturereignis. Der Landesjugendchor Rheinland-Pfalz beging im Oktober gebührend sein 25jähriges Jubiläum. Und was soll ich sagen - glücklich kann ich mich schätzen, dass ich an diesem Musikerlebnis mitgestaltend teilhaben durfte.

Ich will hier nur mit Blick auf die musikalische Seite der Jubiläums-Arbeitsphase zu schildern versuchen, was dieses Projekt im Besonderen besonders werden ließ und was gleichsam den Landesjugendchor zu einem einzigartigen Kulturprojekt macht, das seinesgleichen sucht. Dass es sich hier in einer gewissen Subjektivität zu berichten für mich beileibe nicht vermeiden lässt, mögen mir die geschätzten Leserinnen und Leser nachsehen.

Im Probensaal
Auf dem Pogramm stand schwere Kost, könnte man sagen. Hier sei allerdings nicht die Parallele gezogen zum Negativen einer schweren Mahlzeit, wie etwa Komplikationen bei den Vorgängen im Verdauungstrakt oder dergleichen. Vielmehr sei der Anspruch betont, dem wir zu genügen hatten und die musikalische (und übrigens auch theologische) Tiefe der zu bewältigenden Werke hervorgehoben. Anton Bruckner war der Hauptkomponist, und das zentrale Werk unserer Arbeitsphase war seine Messe in e-moll. Darüberhinaus standen 3 Bruckner-Motetten (Os justi, Ecce sacerdos magnos, Afferentur) und, gewissermaßen als Kontrastprogramm, die frühbarocke Motette "Herr, unser Herrscher" von Heinrich Schütz auf dem Programm. Und schließlich bildete das Bruckners Ave Maria gleichsam Zugabe und wunderbaren Schlusspunkt. Wir hatten also, wie gesagt, Schweres zu bewältigen. Und es gelang uns.

Prof. Mathias Breitschaft
Maßgeblichen Anteil daran hatten nicht nur die vielen aktiven und ehemaligen Mitwirkenden, sondern auch die "Vorprober" Jan Schumacher und Jonas Pinto, insbesondere aber der Dozent unserer Jubiläums-Arbeitsphase, Prof. Mathias Breitschaft, seineszeichens Domkapellmeister in Mainz. Ein Schelm, wer angesichts dieses Vollblut-Musikers an mein Schwerkost-Eingangsstatement zu denken versucht ist. Nein, ich komme nicht umhin, unseren diesmaligen Dirigenten rundum positiv dastehen zu lassen: Mit schier unglaublicher Energie und einer raffinierten - man mag gar vermuten, strategisch ausgeklügelten - Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche, ohne freilich Breitschafts unerschöpfliches Wissen und v.a. musikalisches Können beiseite zu lassen, gelang es ihm, in nur wenigen Probentagen ein musikalisches Gesamtkunstwerk zu errichten, das in den wunderbaren Sakralbauten der Otterberger Abteikirche und des Hohen Doms zu Mainz würdig zu glänzen vermochte.

Da wurde das "Incarnatus est" im Credo der e-moll-Messe zum tatsächlichen Mysterium von der Fleischwerdung Gottes, in der Grabesruhe des "Crucifixus" verdunkelten Chor und Posaunen den Kirchenraum zur Totengruft, um dann im "Resurrexit" zur Rückkehr, zum Aufbruch des Lebens aufzufahren und, nach der verklärenden Frage nach dem ewigen Leben und insbesondere getrieben vom Sog des überwältigenden Dirigats, im "Amen" ein grandioses Ende zu finden. Das Musizieren im Landesjugendchor wurde diesmal für mich persönlich, doch zweifelsohne auch für viele andere Mitsängerinnen und Mitsänger, ganz besonders zum emotionalen Gesamterlebnis. Dass mir in Otterberg während "Os justi" und gleichfalls in Mainz beim "Ave maria" vor Ergriffenheit die Tränen in den Augen standen, belegen dies.

Beitrag während der Jubiläumsparty
Kabarett: Der Blogautor beim Hofbericht
Keineswegs will ich verschweigen, dass auch andere zum Gelingen unserer Konzerte unverzichtbar beitrugen: Die Bläser des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie Koblenz überzeugten durch warme und kraftvolle, weiche und strahlende Farben und fügten sich passgenau in den Gesamtklang ein. Unser Pianist Karl-Heinz Barthel ließ die von ihm souverän begleiteten Proben abermals für alle zur Freude werden, und unsere Stimmbildner Ursula Thies und Holger Marks sorgten fördernd und fordernd für die richtige Stimmpflege und -kultur bei Ihren "Patienten". Nicht zu vergessen werden soll indes der, der den ganzen Verein zusammenhält. Wollte man all das materiell vergüten, was Albrecht Schneider, der Gesamtleiter des Landesjugendchores, an Zeit, Geld, Nerven und Gesundheit in den Chor investiert, müsste das Land Rheinland-Pfalz seine Nettokreditaufnahme erheblich ausweiten. Dank gebührt Albrecht Schneider dafür, dass er den Landesjugendchor in den vergangenen zwölf Jahren zu dem gemacht hat, was er heute ist: Zu einem kulturellen Aushängeschild des Landes Rheinland-Pfalz, zu einem Ort, wo Chormusik erlebbar wird, und zu einem Forum für junge Sängerinnen und Sängern, die, im Interesse an der Musik verbunden, unschätzbare Möglichkeiten der "Kontaktknüpfung und -pflege", so will ich es hier einmal nennen, erhalten. Bleibt zu hoffen, dass dieses einzigartige Kulturprojekt in den nächsten 25 Jahren eine kontinuierlich positive Entwicklung erfahren wird.

Wer Interesse am Landesjugendchor Rheinland-Pfalz hat, findet unter www.landesjugendchor-rlp.de weitere Informationen. Und wer glaubt, dass dieses einzigartige Kulturprojekt Unterstützung verdient, dem sei der Förderkreis des Landesjugendchores nur wärmstens ans Herz legen - und diese Empfehlung ist alles andere als eine lästige Pflichterfüllung, der ich als Vorstandsmitglied des Fördervereins hiermit nachkomme. Mit den nachfolgenden Zeilen sei auf die Wichtigkeit der nachhaltigen Förderung für den LJC hingewiesen.

Unterstützen Sie ein einzigartiges Kulturprojekt!

Der Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer des Landesjugendchores Rheinland-Pfalz stellt sich vor

Im Jahr 2007 besteht der Landesjugendchor Rheinland-Pfalz seit nunmehr 25 Jahren. In dieser Zeit hat er sich im Land und weit darüber hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Doch ist der Chor nicht nur ein Aushängeschild des kulturellen Lebens von Rheinland-Pfalz. Während seines Bestehens hat er unzähligen jungen Menschen die Chance eröffnet, Chormusik auf höchstem Niveau zu erleben. Und mehr noch: Dieses einzigartige Projekt trägt wesentlich zur Persönlichkeitsbildung der Sängerinnen und Sänger bei, indem sie einerseits mit namhaften Musikern aus dem In- und Ausland zusammenarbeiten, andererseits aber auch Gelegenheit zum Kontakt mit anderen Jugendlichen erhalten, mit denen sie das Interesse an der Musik verbindet. So entsteht ein wertvoller sozialer Austausch, der weit über die Arbeitsphasen selbst hinausreicht. Und nicht zuletzt begann für zahlreiche Sängerinnen und Sänger ihre professionelle Musikerkarriere im Landesjugendchor.

Das Land Rheinland-Pfalz engagiert sich nachhaltig für seine Jugendensembles. Zwar tragen die Mitwirkenden mit einer angemessenen Kursgebühr zur Kostendeckung der jeweiligen Arbeitsphase bei, doch übernimmt das Land den größeren Teil der Finanzierung. Immer wieder stehen jedoch auch Projekte auf dem Programm, die nicht nur als besondere Erlebnisse in der Erinnerung von Chormitgliedern und Konzertbesuchern bleiben, sondern die sich aufgrund ihres organisatorischen und finanziellen Aufwandes außerhalb des normalen Rahmens bewegen. Hierfür ist der Chor auf zusätzliche Mittel angewiesen, um die finanzielle Belastung für die Teilnehmenden möglichst gering zu halten.

Um solche Vorhaben des Chores zu unterstützen, gibt es den LJC-Förderkreis. Personen des öffentlichen Lebens, aktuelle Chormitglieder und deren Eltern, Ehemalige und Freunde des Landesjugendchores sowie begeisterte Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher sind Mitglieder dieses Fördervereins. Unter dem Namen „Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer des Landesjugendchores Rheinland-Pfalz e.V.“ ist der Verein beim Amtsgericht Mainz eingetragen Er ist als gemeinnützig anerkannt – somit ist es möglich, Spenden und Mitgliedsbeiträge steuerlich abzusetzen. Ein besonderes Anliegen des Förderkreises ist es, Kontakte zu Ehemaligen des Chores aufzubauen und diese, wie auch seine Vereinsmitglieder, regelmäßig über die Aktivitäten des Chores zu informieren. Er versteht sich insofern als Bindeglied zwischen Ehemaligen und dem aktiven Chor. Näheres über die Aktivitäten des Förderkreises sowie viel Interessantes über den LJC erfahren Sie auf der Homepage des LJC unter www.landesjugendchor-rlp.de

Um die genannten Ziele zu erreichen, ist es wichtig, dass der Chor durch einen starken Förderkreis wachsende Unterstützung findet. Wir hoffen, dass Sie, sehr verehrte Leserin, sehr verehrter Leser, die Ziele des Förderkreises und somit die positive Entwicklung des Landesjugendchores unterstützen möchten. Dies können Sie durch eine Spende oder durch die Mitgliedschaft in unserem Förderkreis. Die Mitgliedsjahresbeiträge betragen mindestens 25,- €, für aktive Mitglieder des LJC, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende 10,- €.

Es wäre uns eine große Freude, wenn wir durch diese Informationen Ihr Interesse geweckt haben und Sie sich zu einer Spende oder Mitgliedschaft und damit der kontinuierlichen Förderung des Landesjugendchores Rheinland-Pfalz entschließen würden. Dafür, auch im Namen der vielen jungen Sängerinnen und Sänger des LJC, unser herzlicher Dank!

Kontakt: post@vogelwart.de

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Comments

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  1. Matthias (Fippes) Hermann says:

    Hallo lieber Christian (Vogelwart),
    du sprichst mir mir deinen Zeilen aus der Seele, ebenso wie dein genialer Vortrag am Abschlussabend ein unvergeßliches Erlebnis war.
    Das Feeling einer Arbeitsphase nach so langer Zeit kann man nicht in Worte fassen; die AP letzte war bei mir schon 1990. Und gerade die Mischung zwischen Ehemaligen und Aktiven, dazu noch Prof. Breitschaft, den ich schon von früher kannte und eine Gesamtleitung und und und.... Es war einfach GROSSARTIG
    Ich freu mich auf ein baldiges Wiedersehen (z.B. in Bad kreuznach :_) )
    Matthias

  2. felixcoeliporta says:

    Hi Vogelwart

    Warum bist Du eigentlich nicht Autor geworden ?? Du hast echt eine tolle Gabe, Dinge in Worte zu fassen. Glückwunsch. Das kann Dir aber auch sicher als Biologe nützlich sein.

    Toll, Dein Engagement auch für den Förderkreis, das ist eine super Werbung.

    Liebe Grüße nach ..... Wo bist Du eigentlich ? Sinzig, Bad Kreuznach, Madrid ??? Hä ??

    Felix


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