Bischöflicher Lesestoff

Sunday, March 18. 2007

Mal was anderes. Soeben habe ich meine Lektüre der ZEIT vom 8. März abgeschlossen. Dies hat zum einen so lange gedauert, weil ich am letzten Wochenende die ZEIT vom 1. März fertiggelesen habe, zum anderen, weil die Nr. 11 jener geschätzten Wochenzeitung (nein, ich bekomme keine Provision für Werbung) mal wieder voll war mit wichtigen und interessanten Artikeln, so dass ich ein einfaches Entsorgen nicht übers Herz bringen konnte. Viele der Texte erscheinen mir wert der breiten Öffentlichkeit nicht vorenthalten zu werden, doch einen möchte ich herausgreifen, passt er doch in die derzeit stattfindende Fastenzeit. So handelt also der Artikel von Patrik Schwarz "Wir sind dann mal weg!" von der Pilgerreise der deutschen Bischöfe ins Heilige Land, und er geht gottlob - sic! - in wohltuender Weise über die knalligen Schlagzeilen hinaus, die Tagesschau und co. über die Nahosttour der Exzellenzen und Eminenzen zu bieten hatten. Empfehlenswert!


Skak, Kamelopedia und der Väteraufbruch

Tuesday, February 13. 2007

Skak

Gestern gab es Skak. Skak heißt Schach. Allwöchentlich trifft sich der kleine, inoffizielle Schachclub des Department of Biology, um in ungezwungener Atmosphäre seine Schachkünste anzuwenden und auszubauen. Ich selbst spiele Schach, seit ich ungefähr acht Jahre alt bin. [Sagt man hier eigentlich bin oder war? Ich war ja damals acht, bin es aber immer noch, nur kamen inzwischen ein paar zahlreiche Jahre dazu. Egal.] Naja, so ist das vielleicht falsch ausgedrückt, denn ich lernte es zwar mit acht und habe damals auch viel geübt mit Tante Kiss - unserer Nachbarin und meiner unvergessenen Kinderfrau Josephine Kissener -, und in der Mittelstufe im Gymnasium gab es dann nochmal so eine Schach-Phase, in der unser Freundeskreis sich rundum mit Schachcomputern ausstattete, doch danach ist die Schacherei wieder ziemlich eingeschlafen. Nun erwacht sie wieder, und es macht ziemlichen Spaß, muss ich sagen! Ja, da werden jetzt manche sich das nicht vorstellen können, dass Schach spannend sein kann, doch denen muss mit Entschiedenheit widersprechen und mit Nachdruck betonen: Doch! Es ist spannend, es ist sogar außerordentlich adrenalinerhitzend, wenn man nicht nur gegen den Gegenspieler, sondern auch mit bzw. gegen die Uhr spielt, z.B. in Blitzpartien von 5 Minuten. Da darf man dann halt pro Zug nur 10-20 Sekunden aufwenden (abgesehen von der Eröffnung, die natürlich schneller gehen sollte!!), sonst hat man echt gelitten. Ich habe schlussendlich dreieinhalb von sieben gespielten Partien gewonnen, was ich angesichts der wirklich hervorragend und deutlich besser als ich spielenden Gegner als gar nicht übel betrachte. Bei der Phrase "gar nicht übel" fällt mir dann noch die Szene in Loriots "Ödipussi" ein, in der Frau Winkelmann zum Gesang anhebt und Frau Kekse, äh, Tietze, einen beginnenden Übelkeitsanfall vortäuscht, derweil Pussi (= Paul Winkelmann alias Loriot oder andersherum) begeistert dahin schmilzt und Herr Kekse, äh, Tietze empfiehlt, zum Schutze der Nachbarn die Fenster zu schließen. Hach, da könnte ich jetzt noch stundenlang drin schwelgen, doch das würde hier zu weit führen...


Kamelopedia

Allen Internetfreunden sei an dieser Stelle die Seite Kamelopedia ans Herz gelegt. So viel Absurdität, Schwachsinn und skurrilen Humor, der wirklich zum ein oder anderen Schmunzen, wenn nicht gar Lachanfall, anregt, muss man erst mal an anderer Stelle finden. Zu empfehlen ist angehenden Wissenschaftlern beispielsweise der Artikel zum Froscher, Freunden schwarzen Humors wird der Artikel zu einem Herrn A. Höckler gefallen. Grenzwertig, in der Tat, aber so ist das mit dem Sarkasmus.

Empfohlen wurde mir die Seite übrigens von einer hochgeschätzten Kollegin und ehemaligen Marburger AStA-Vorsitzenden in einer Skype-Konferenz mit einer weiteren, ebenfalls hochgeschätzten Kollegin, die sich am Beginn einer großartigen wissenschaftlichen Gesangskarriere befindet. Oder war es eine gesangliche Wissenschaftskarriere? Man weiß es manchmal nicht so genau.


Der Väteraufbruch

Heute hat das Bundesverfassungsgericht ein Urteil zu DNA-Tests von Vätern bzw. Kindern bzw. Kindern und Vätern bzw. zum Zwecke des Nachweises von Vätern bzw. Kindern gesprochen. Der Inhalt ist auf einschlägigen Seiten des Verfassungsgerichtes nachzulesen, wenn man denn die Zeit dazu hat.

Mit Sicherheit hat die Zeit dazu Herr Prof. Dr. Dr. U. Mueller vom Institut für Medizinische Soziologie und Sozialmedizin der Philipps-Universität Marburg. Er ist unter anderem tätig im Senatsausschuss für Studium, Lehre und Nachwuchsförderung der Philipps-Universität, Mitglied einer schon lange im Bundestag vertretenen Partei, Vorstand im Väteraufbruch für Kinder e.V., begeisterter Skifahrer und trägt auch im Winter coole Sonnenbrillen. Im Senatsausschuss leistet er außerordentlich wichtige Beiträge, z.B. mit dem Tagesordnungspunkt "Wege und Chancen zur Promotion für Frauen und Männer an der Philipps-Universität. Ein Zwischenbericht für den Fachbereich Medizin 2002-2005 von Herrn Prof. Dr. Dr. Ulrich Mueller". Mit verschiedenen Einlassungen zu Themen, die offenbar im Fachbereich Medizin nicht gerade ganz oben auf der Tagesordnung stehen, gibt er insbesondere den Studierenden im Ausschuss immer wieder wertvolle Beispiele, wie gewisse Einstellungen, die bei der Mehrheit der Professoren heute gottlob verschwunden sind, auch heute noch bei manchen Mitgliedern dieses erlauchten Standes ein Reliktdasein fristen. Herr Prof. Dr. Dr. Mueller gibt Interviews im Deutschlandfunk und publiziert wichtige Beiträge in "The Aging Male". Weiter so!



Abschied (3) - Ein bunter Strauß maskuliner Klänge in Marburg-Cappel

Sunday, February 4. 2007

Wer bei diesem Titel an ein Potpourri obszöner Laute denkt, wie sie sich nach manch deftiger Mahlzeit oder in feuchtfröhlicher Runde gelegentlich entwickeln, liegt (diesmal) falsch. Dank glücklicher Fügung ergab es sich, dass wir am 31. Januar 2007 ein Konzert unseres A-cappella-Ensembles Choronal forte im Bürgerhaus Cappel geben konnten, wodurch meine Abschiedstrias aus Party, Umtrunk und Konzert auf äußerst gelungene Weise komplettiert werden konnte.




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Abschied (2): Bücherbefreiung und Hackbällchen

Sunday, February 4. 2007

Nach der großen Party in der WG fand am 30. Januar 2007 der Abschieds-Umtrunk in der AG Tierökologie statt. Herr Professor Kirchner ließ sich zwar leider entschuldigen, doch zum Ausgleich hatte ich auf meinen Weggang und gleichzeitig zur Nachfeier seines 67. Geburtstags am Tag zuvor ein bis drei Gläser Sekt zu inhalieren die Ehre und Freude. Hierbei bot sich selbstverständlich (für mich vorerst leider letztmalig) die Gelegenheit, über die neuesten universitären Entwicklungen (Stichwort "Intelligenzcluster"), über jene des Fachbereichs Biologie (Stichworte "Klimatisierung der Mäuseställe im Tierhaus" und "Bücherverschließung bzw. -befreiung") und über allerlei anderes ("Pensionärsclub der Zoologieprofessoren", "Forschen gegen das Weltklima") zu plauschen. Herr Prof. Kirchner, Sie werden mir fehlen!

Nun, doch auch ohne Prof. Kirchner hatten wir einen geselligen Abend in unserem Wellnessbereich - bei Sekt, Bier, Lauchsuppe und Hackbällchen (wahlweise Buletten, Frikadellen, Klopse...), welche allerdings ca. 2 Minuten nach ihrer Freigabe in den Rachen und Mäulern des hungrigen nichtvegetarischen Volkes wegverdampft waren. Ich danke allen erlauchten (vgl. o.g. Suppenzutat) Gästen - namentlich der Studiendekanin Prof. Monika Hassel, Dr. Sylvia Busch, Dr. Franz Grolig, Prof. Diethart Matthies sowie vor allem allen Mitgliedern der AG Tierökologie (incl. Assoziierter) - für ihr zahlreiches Erscheinen und für die tollen Geschenke, die ich überreicht bekam. Mit diesem Abend haben sie mir den Abschied nicht leichter gemacht! Und dass der Chef sogar gleich zwei Mal das Wort ergriff (wenn auch jeweils mit nahezu wortgleicher kurzer Ansprache), ohne die üblichen Worte "paper" oder "und ewig singen die Wälder" in den Mund zu nehmen, hat mir besonders gefallen und gar beinah zu denken gegeben. Ich hoffe, er antwortet auf Anfragen via Skype häufiger als auf E-Mails. Nein, Roland, die Taste "delete" drückt man nicht als Empfangsbestätigung...

Einige Bilder, für die Martin B. freundlicherweise seine Kamera zur Verfügung stellte, werden hoffentlich demnächst hier zu sehen sein.


Danke!

Sunday, January 28. 2007

Eine Abschiedsparty versucht Unangenehmes mit Positivem zu verbinden. Als das Unangenehme ist eben der Abschied aus Marburg zu betrachten, den ich, und das betone ich mit allem Nachdruck, trotz aller Freude auf das Neue, als ausgesprochen unangenehm und traurig empfinde. Das Positive ist im zweiten Teil des Wortes (= "-party") zum Ausdruck gebracht: Man feiert mit mit möglichst vielen, die einen während der letzten Jahre begleitet haben, und die man, da man sie nun schweren Herzens verlässt, gerne alle noch einmal persönlich verabschieden möchte.

Bei ebenjener Abschiedsparty, die am Freitag, den 26. Januar in unserer Marburger WG stattfand, überwog meiner Ansicht nach das Positive in einem so beeindruckenden Maße, dass ich bis zu meiner Abreise am 2. Februar am liebsten jeden Abend die selbe Party noch einmal feiern möchte. Abgesehen davon, dass auch meine Mitbewohner wohl begründete Einwände haben könnten, sprechen auch terminliche Gründe dagegen. Nichtsdestoweniger danke ich allen Anwesenden für eure großartigen Geschenke, vor allem aber dafür, dass ihr da wart, um noch einmal mit mir zu feiern. Ich werde euch vermissen!